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Yvar Mentha |
So traditionell ist sie gar nicht, die Genfer Privatbank Lombard Odier Darier Hentsch. Auf jeden Fall nicht, was die nicht traditionellen Anlageklassen, sprich die alternativen Anlagen betrifft. Denn diese stehen bei ihr ganz oben auf der Agenda. Doch nicht nur das: Long-Only ist nicht mehr das alleinige Thema, die Zukunft gehört Long-Short.
Fragen: Michael Lennert
Antworten: Yvar Mentha, Lombard Odier Darier Hentsch, Leiter Institutionelles Geschäft
Yvar Mentha hat in Genf Rechtswissenschaften studiert. 1988 trat er bei der Privatbank Lombard Odier & Cie ein, die später zu Lombard Odier Darier Hentsch & Cie fusionierte. Nachdem er sechs Jahre in der Rechtsabteilung tätig war, arbeitete er zwölf Jahre im Investment-Bereich der Gruppe, wo er nacheinander für den Bereich Anlagefonds und später für die Selektion von traditionellen und alternativen externen Fondsmanagern verantwortlich war. Während dieser Zeit war er stellvertretender Leiter von sämtlichen Investment-Aktivitäten. Im Speziellen leitete er elf Jahren das verantwortliche Team für die Hedge-Fund-Auswahl. Mentha ist seit August 2006 für die gesamten Aktivitäten im institutionellen Bereich in der Schweiz verantwortlich. Doch nicht nur das: Seit 1995 ist er Mitglied des Management-Komitees und seit kurzem Mitglied des Group Managements von Lombard Odier Darier Hentsch. Zudem hat sich Mentha stark für regulatorische Belange im Bereich Anlagefonds in der Schweiz eingesetzt. Denn er war lange Jahre Mitglied des Direktoriums der Swiss Fund Association und des Spezialistenausschusses.
ML
spn: Wie würden Sie derzeit die Marktposition des institutionellen Geschäfts von Lombard Odier Darier Hentsch in der Schweiz charakterisieren?
Mentha: In der Schweiz sind wir im institutionellen Geschäft sehr breit aufgestellt. Das bedeutet, die Bandbreite reicht von sehr grossen über mittlere bis hin zu etlichen kleinen institutionellen Investoren. Sie ist auf jeden Fall sehr diversifiziert. Interessant hierbei ist das Nachfrageverhalten der einzelnen Investoren, beispielsweise werden auf der Passivseite von kleineren Pensionskassen insbesondere Aktuar-Angebote und auf der Aktivseite Global-Balanced-Mandate nachgefragt und von mittleren und grossen Institutionellen zunehmend komplexe, individuell zugeschnittene Kollektivanlagen-, Spezialfonds- beziehungsweise Global-Custody-Mandate. Auf jeden Fall leisten wir die ganze Bandbreite.
spn: Bezieht sich das geografisch auf die ganze Schweiz?
Mentha: Es ist sicherlich so, dass wir als Genfer Privatbank insbesondere in Genf und Umgebung unsere Wurzeln und damit auch ein starkes Standbein in der französisch sprechenden Schweiz haben. Hier beträgt unser Marktanteil rund 50 Prozent. Somit arbeitet jede zweite Pensionskasse mit uns. Eine Tatsache, die uns sehr erfreut. In der Deutschschweiz hingegen verhält es sich so, dass es für uns noch sehr viel Platz und Potenzial gibt, um das institutionelle Geschäft weiter voranzutreiben. Daran arbeiten wir gerade.
spn: Mit welchen Mitbewerbern vergleichen Sie sich?
Mentha: In der französisch sprechenden Schweiz sind es sicherlich vor allem Pictet und BCV. In der Deutschschweiz hingegen sind wir eher noch ein Aussenseiter. Neben den grossen Playern wie UBS und Credit Suisse, die definitiv eine andere Liga sind, sind als Mitbewerber selbstverständlich noch Julius Bär und Vontobel zu nennen. Gleichwohl, bei Produkten wie beispielsweise Aktien Schweiz oder bei Hedgefonds, werden wir durchaus wahrgenommen.
spn: Wo, denken Sie, liegen Ihre besonderen Stärken?
Mentha: Bei dieser Frage werden freilich insbesondere die Privatbanken auf ihren spezifischen, individuellen Service verweisen, der auf eine lange Partnerschaft mit den jeweiligen Kunden abzielt. Das ist sicherlich auch bei uns so. Gleichwohl gibt es durchaus Unterschiede: So sehe ich etwa Pictet besonders stark bei Index-, Emerging-Markets- und ausgewählten Aktien, beispielsweise Aktien-Europa-Produkten. Die Stärken von Lombard Odier Darier Hentsch wiederum liegen insbesondere bei alternativen Anlagen wie Hedgefonds, Private Equity, Rohstoffen oder Infrastruktur-Anlagen. Zudem sehe ich uns vor allem stark bei Aktien Schweiz, und nicht zuletzt haben wir in der Vergangenheit das Konzept der Open Architecture sehr ausgebaut, so dass Investoren einen sehr guten Zugang zu führenden Asset Managern und Produkten weltweit haben.
spn: In welche „Regionen” des Geschäftes - volumenmässig - wollen Sie vordringen?
Mentha: Unser Ziel ist es im institutionellen Geschäft in den nächsten fünf Jahren – bei einem jetzigen verwalteten Vermögen von rund 50 Milliarden Schweizer Franken – um rund 100 Prozent zu wachsen.
Hierbei gilt es sicherlich, wie schon gesagt, das Geschäft in der Deutschschweiz auszubauen und zu intensivieren, aber auch das in Kontinentaleuropa und hier speziell das in Frankreich, in Italien, in Deutschland und in Holland.
spn: Haben Sie nicht kürzlich eine Dependance in Prag eröffnet und sind interessiert daran, im russischen Markt Fuss zu fassen?
Mentha: Das stimmt, aber ausschliesslich für das Private Banking. Für das institutionelle Geschäft ist das noch zu früh.
spn: Würden Sie eine/n Bank/Asset Manager übernehmen, um weiter zu wachsen?
Mentha: Nein, Derartiges ist überhaupt nicht geplant. Unser Ziel ist es, stetig und organisch zu wachsen.
spn: Patrick Odier wird ab 2009 mehr Aufgaben übernehmen, Pierre Darier und Thierry Lombard hingegen werden kürzertreten und sich defensiver positionieren. Hat dies Auswirkungen auf Ihr institutionelles Geschäft?
Mentha: Das kann dem institutionellen Geschäft nur guttun, denn Patrick Odier ist ein energetischer, aktiver, anpackender Mensch, der sich schon lange Jahre als Partner um das institutionelle Geschäft der Bank gekümmert hat, während Pierre Darier und Thierry Lombard die Rolle der traditionellen klassischen Private Banker einnehmen. Was auch gut ist, denn somit sind wir in beiden Bereichen gut besetzt.
spn: Wie sieht das institutionelle Geschäft von Lombard Odier Darier Hentsch in fünf Jahren aus?
Mentha: Leider habe ich keine Kristallkugel, die mir das verrät. Gleichwohl, meines Erachtens wird eine der grössten Herausforderungen in Europa beispielsweise der Zwang zum Ausfinanzieren der verschiedenen Pensionssysteme in den einzelnen Ländern sein – Stichwort: alternde Gesellschaft. Hier ist die Schweiz mit ihrer zweiten Säule im komparativen Vergleich sicherlich in einer glücklichen Ausgangsposition. Gleichwohl wird dieser Druck die Pensionsfonds-Industrie und damit das institutionelle Geschäft nachhaltig verändern.
spn: Mit welchen Konsequenzen?
Mentha: Es wird gewiss neuartige Produkte geben, mit denen versucht wird, diese Bedürfnisse und Erfordernisse abzudecken. Beispielsweise wird unseres Erachtens die Bedeutung von Core-Satellite-Ansätzen steigen, auch vor dem Hintergrund, dass zunehmend mehr Vermögen in passiven Strategien allokiert wird. Dieser Trend ermöglicht es zum einen den Pensionsfonds-Managern, den Beta-Part ihrer Portfolios günstiger zu spielen, zum anderen wird er dazu führen, dass die Satellite-Investments an Bedeutung gewinnen werden.
spn: Sprich, auch die Bedeutung von alternativen Anlagen wird steigen, und hier sehen Sie sich gut für die Zukunft positioniert.
Mentha: Genau. Beispielsweise sehen wir, dass einige grosse Pensionsfonds beim Core-Satellite-Ansatz beispielsweise die Core-Anlagen nicht ausschliesslich mehr passiv oder semipassiv und die Satellite-Anlagen aktiv managen, sondern vermehrt die Core-Anlagen passiv/semipassiv und den Satellite-Part mit Long-Short-Equity-Strategien. Und das mit zeitweise beachtenswerten Ergebnis-sen. Doch dies ist erst der Anfang. Die Zukunft liegt unserer Ansicht nach in der Kombination von verschiedenen aktiven Anlagestilen, beispielsweise in der Kombination von Mainstream-Equity-Strategien mit spezifischen Strategien wie Emerging-Markets- oder Small- und Mid-Cap-Strategien. Hierzu werden dann Long-Short-Equity-Strategien beigemischt. Gleichzeitig wird der Einfluss von Multi-Asset-Class- und Absolute-Return-Strategien zunehmen.
spn: Wenden Sie derartige Strategien in Ihrem Hause schon an?
Mentha: Ja, beispielsweise in unserem hauseigenen Pensionsfonds. Beispielsweise investierte dieser vor Jahren, um nur eine Grössenordnung zu nennen, etwa zu 60 Prozent in Obligationen und zu 40 Prozent in Aktien. Heute hingegen investiert er nur noch zu 35 Prozent in Obligationen, rund 30 Prozent in Aktien und rund 35 Prozent des Vermögens werden in alternative Anlagen investiert. Von diesen 35 Prozent investieren wir 15 Prozent in Hedgefonds, 5 Prozent in Rohstoffe, 5 Prozent in Infrastruktur, den Rest in Immobilien und Private Equity. Das sind doch massive Veränderungen.
spn: Für eine derartige Asset Allocation werden ja auch oft als Vorbilder die Vermögens-allokationen von amerikanischen Universitäten wie Harvard, Yale oder Princeton bemüht. Was ich dennoch nicht verstehe: Wenn die Resultate derart überzeugend sind, anscheinend ja insbesondere das Chancen-Risiko-Verhältnis, warum investiert dann nicht die Masse der Institutionellen - ausser es ist den Investoren beispielsweise aus regulatorischen oder steuerlichen Gründen nicht erlaubt - derart?
Mentha: Natürlich sind wir in der Breite noch nicht am Ziel, dazu braucht es auch eine in der Tiefe hoch entwickelte und etablierte Investment-Kultur und Pensionsfonds-Industrie. Gleichwohl bewegt sich etwas, und zwar genau in diese Richtung.
spn: Ist dies denn nicht auch eine Frage des vorhandenen Risikobudgets?
Mentha: Sie haben selbstverständlich recht, Risikobudgetierung ist eine fundamentale Basis, wenn nicht die fundamentale Basis für jede Investitionsentscheidung eines institutionellen Investors. Der Punkt ist und die entscheidende Frage lautet dennoch wie folgt: Wo liegt das höchste Risiko für den Investor?
spn: Und wo liegt es?
Mentha: Das höchste Risiko liegt in den Asset-Klassen mit den höchsten Volatilitäten und deren Zusammenspiel. Diese Volatilitäten gilt es auszugleichen. Deswegen ist es ja gerade sinnvoll, insbesondere alternative Anlagen beizumischen. Es stimmt natürlich auch: Insbesondere bei Hedgefonds kursieren noch sehr viele Missverständnisse, die zum Teil sicher auch berechtigt sind, denn komplexe Produkte sind natürlich nicht so liquide und transparent wie Aktien. Dennoch, wenn Sie durchaus konservativ beimischen – man ist ja nicht gezwungen die aggressivsten Produkte beizumischen –, senkt sich dadurch Ihr gesamtes Risiko. Und dann haben Sie ein wesentliches Ziel erreicht.
spn: Welche Asset-Klassen werden Sie persönlich demnächst in Ihr privates Portfolio aufnehmen? Und warum?
Mentha: Ich habe kürzlich meinen Anteil in Infrastruktur-Anlagen auf etwa 15 Prozent meines Portfolios aufgestockt. Die Gründe: natürlich Diversifikation und weil ich an diese Asset-Klasse glaube. Das ist ziemlich konservativ.
spn: Eine weitere persönliche Frage, ich erlaube sie mir jetzt einfach. Investieren Sie denn auch privat in Hedgefonds?
Mentha: Natürlich, in Dach-Hedgefonds.
spn: Und wie viel Prozent?
Mentha: 30 Prozent.
spn: So viel?
Mentha: Das ist sehr sicher. Sie müssen dabei wissen, ich war über zehn Jahre der Leiter unserer Hedgefonds-Selection-Gruppe.
spn: Wäre dann nicht für Sie eine Herausforderung, gleich ganz als Hedgefonds-Manager zu arbeiten?
Mentha: Das ist ein hartes Business, bei dem nur die Besten überleben. Und wissen Sie: Ich mag meinen Job.
spn: Sehr interessant. Das freut einen natürlich zu hören. Doch wieder zurück zu Lombard Odier Darier Hentsch. Über welche Neuerungen bei Lombard Odier Darier Hentsch können sich institutionelle Investoren in der Schweiz künftig besonders freuen?
Mentha: Die Frage ist leicht beantwortet. Wir werden unsere ausgegebene Strategie weiter konsequent verfolgen und Schweizer Institutionelle in regelmässigen Abständen mit neuen optimierten Produkten versorgen. Obwohl, was neu sein wird: Da wir von diesem Konzept wirklich überzeugt sind, haben wir eine Firma gegründet, die Hedgefonds anbieten wird, die Market-Neutral-Bias-Strategien verfolgen.
spn: Wenn Sie neue Produkte sagen, wie beurteilen Sie neue Produktlinien wie 130:30-Produkte?
Mentha: Ehrlich gesagt, das ist doch eher ein Marketing Gag. Ich bin ein Anhänger der reinen Lehre und empfehle deswegen: Entweder investieren Sie nach einem traditionellen Long-Only-Ansatz, das heisst ja nicht, dass Sie in schwierigen Zeiten kein Cash halten sollen, – gleichwohl weiss der Investor, was er hat, – oder Sie legen Ihr Vermögen gleich stringent nach einem Long-Short-Ansatz an.
130:30-Produkte haben von allem ein wenig. Das ist wie ein wenig schwanger. Das geht doch nicht. Deswegen halte ich diesen Weg für suboptimal und rate: entweder – oder.
spn: Und wie sehen Sie Portable-Alpha-Strategien?
Mentha: Mit Portable-Alpha-Strategien verhält es sich ähnlich. Auch hier handelt es sich letztlich um die indirekte Implementierung von Hedgefonds-Strategien in die Portfolios von Investoren. Die Frage lautet doch auch hier: Warum geht man nicht gleich den direkten Weg? Wissen Sie, wenn wir in unserem Pensionsfonds Obligationen für nicht interessant halten, investieren wir einfach nicht in Obligationen. Warum sollten wir schlechte Renditen künstlich aufpeppen? Da investieren wir doch gleich in Anlagen, die unseren Renditevorstellungen entsprechen. Zudem gilt: Überentwickelte Produkte sind nie im Sinne des Kunden.
spn: Was ist wichtiger (aus Sicht eines Anlegers): die strategische Asset Allocation (im Einzelnen die richtige Auswahl von Beta) oder das Alpha-Potenzial der ausgewählten Asset Manager?
Mentha: Bei einer traditionellen Asset Allocation findet man sicherlich zahlreiche Publikationen, die aufzeigen, dass die Asset Allocation den ausschlaggebenden Part, rund 80 Prozent, des Anlageerfolges ausmacht. Das kann ich nicht bezweifeln.
Gleichwohl, umso mehr man in alternative Anlagen wie Hedgefonds, Private Equity et cetera investiert, desto entscheidender wird es, zeitgleich die erfolgreichen Manager zu identifizieren. Mit dem Ergebnis, dass sich die Gewichtungen dadurch etwas verschieben.
spn: Glauben Sie an die Alpha-Fähigkeiten von Managern?
Mentha: Sicher, auch oder insbesondere dann, wenn man davon ausgeht, dass die Summe allen Alpha-Potenzials in einem effizienten Markt per Definition null ist. Gleichwohl, um signifikantes Alpha erwirtschaften zu können, müssen dem Manager gewisse Freiheitsgrade zugestanden werden.
spn: Nennen Sie einen Mythos im Asset Management, den Sie für Ihre institutionellen Kunden gerne entlarven wollen?
Mentha: Da gibt es sicherlich einige Mythen, die mich die vergangenen 20 Jahre begleiteten und die nicht stimmten oder stimmen, beispielsweise Mythen wie, dass kleine institutionelle Investoren ausschliesslich in Fonds-Konstruktionen investieren sollten, und es allein den Grossen vorbehalten sei, in die vermeintlich chancenreicheren Einzeltitel zu investieren. Ein anderer Mythos, der glücklicherweise zunehmend verschwindet, beschreibt die Vorstellung, dass allein die Grösse einer Bank dafür verantwortlich ist, wie erfolgreich die Bank weltweit agiert und anlegt. Alles nach dem Motto: Nur gross ist schön, nur gross ist erfolgreich, und zwar auf allen erdenklichen Gebieten. Das stimmt einfach nicht, wie es die erfolgreich agierenden Nischenplayer ständig beweisen.
spn: Welche Stationen Ihrer Karriere haben Sie ganz besonders geprägt?
Mentha: Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, da ich ziemlich aktiv war und bei Lombard Odier Darier Hentsch in den vergangenen Jahren etliche Stationen und damit quasi mehrere Karrieren durchlaufen habe. Diese haben mich alle auf irgendeine Art geprägt. Es sind und waren die unterschiedlichen Herausforderungen und Anforderungsprofile die mich reizen, zuerst die als Justiziar, als Leiter des Investmentfonds-Geschäfts und dann als stellvertretender Leiter der Asset Management Group und zuletzt jetzt die Herausforderung als Leiter des institutionellen Geschäfts in der Schweiz. Diese Herausforderung gilt es eben zu meistern. Das reizt mich.
spn: Vielleicht fällt Ihnen ein Ereignis ein, welches Sie während dieser Zeit am meisten beeindruckt hat?
Mentha: Ja, die gab es sicherlich immer dann, wenn wir das Potenzial von strategischen Partnerschaften erkannt haben und es galt, dieses strukturelle Potenzial zusammenzuführen, zu koordinieren und zu bündeln, etwa mit der Deka oder der Valiant Bank, mit der wir beispielsweise Kooperationen im IT-Bereich, beim Back Office oder im Asset Management haben. Eben wenn es gelingt, dass die unterschiedlichsten Organisationen erfolgreich zusammenarbeiten und damit den Mehrwert für den Kunden steigern. Das beeindruckt mich.
spn: Welche (auch für Sie) interessante Frage hat Ihnen noch kein Journalist gestellt?
Mentha: Es kommt mir gerade keine solche Frage in den Sinn. Interessanterweise haben Sie mir nicht die übliche Frage gestellt, zum Beispiel wie die Märkte sich im nächsten Jahr entwickeln werden.
spn: Also, Ihre Antwort, Herr Mentha?
Mentha: Natürlich hat dazu jeder seine eigene Meinung, trotzdem kann niemand eine zuverlässige Prognose für die nächsten Monate und das nächste Jahr machen. Um etwas Gescheites zu den Märkten zu sagen, muss man einen Zeithorizont von mindestens drei oder sogar besser fünf Jahren ins Auge fassen. Die meisten Finanzspezialisten sind sich dessen bewusst und, wie ich vermute, die meisten Journalisten auch. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Zeitungen voll sind von kurzfristigen Prognosen, die wenig Sinn machen …
spn: Wie erklären Sie sich diesen Zustand?
Mentha: Wir leben in einer Gesellschaft, in der alles sehr schnell geht. Die Leute sind ungeduldig und wollen unmittelbar Ergebnisse und Prognosen für die nahe Zukunft. Und Ungeduld ist im Finanzbereich leider der schlechteste Berater!
spn: Na, dann kann ich nur sagen: vielen Dank für das offene und anregende Ge-spräch. Ich überlege mir dann für das nächste Gespräch eine Frage, die Ihnen bestimmt noch kein Journalist gestellt hat.
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