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Michael Lennert, Redaktor |
Eigentlich ist es ganz einfach: Vorsorgeeinrichtungen haben bei der Rechnungslegung den Grundsatz der Transparenz zu beachten. Das zumindest fordert der schweizerische Gesetzgeber seit April 2004 ausdrücklich. Auch aufgeschreckt durch Medienberichte, in denen bei einigen Sammelstiftungen der Lebensversicherer über Verwaltungskosten von 800 Schweizer Franken und mehr je Versicherten berichtet wurde. Das damals ausgegebene Ziel: Durch Transparenz Kosten senken. Transparent ist dabei diejenige Vorsorgeeinrichtung, die ihre Verwaltungskosten – die Kosten für die allgemeine Verwaltung, die Vermögensverwaltung und die Kosten für Werbung und Marketing – nach Swiss Gaap Fer 26 ausweist.
Doch so einfach scheint das nicht zu sein. Denn, so bitter das im Einzelfall auch ist, an der Kosten(in)transparenz etlicher Vorsorgeeinrichtungen hat sich in den vergangenen fünf Jahren nichts verändert. Und das trotz der damals öffentlich, teils hitzig geführten Diskussion. Leider! Das geht aus der Sonderauswertung der Pensionskassenstatistik 2005 hervor, die spn exklusiv vorliegt und die das Bundesamt für Statistik im Sommer publiziert.
Doch nicht nur das. spn-Autor Andreas Valda kommt bei der Analyse des vorhandenen Zahlenmaterials zum Schluss, dass sich die Kosten sogar tendenziell weiter erhöht haben. Gleichzeitig zeigt er systematische Mängel der Erhebung auf: So sind beispielsweise die Verwaltungskosten für Vorsorgewerke, welche bei der Versicherung entstehen und durch Kostenprämien vergütet werden, in der Betriebsrechnung nicht sichtbar. Zudem werden die Vermögensverwaltungskosten nach Swiss Gaap Fer 26, die in einem Anlagefonds anfallen, nicht erfasst. Das heisst, eine Pensionskasse, die beispielsweise nur in Fonds anlegt, weist in ihren Büchern keine Vermögensverwaltungs-kosten aus und: eine Unterscheidung nach obligatorischen und überobligatorischen Kosten ist unmöglich. Doch was noch schlimmer ist: Das Interesse, die Kosten zu senken, scheint bei einigen Vorsorgeeinrichtungen gering zu sein!
Gleichwohl, es gibt auch Positives zu berichten: Die Verantwortlichen des Bundesamtes für Statistik reagierten, indem sie den Fragebogen für 2006 geändert haben. „Wir versuchen die Verwaltungskosten als Ganzes zu erheben, also inklusive allfälliger Kosten, welche nicht in der Betriebsrechnung aufgeführt sind“, erklärte ein Verantwortlicher gegenüber spn. Immerhin ein Anfang! Doch, es ist eigentlich ganz einfach.
Herzlichst, Ihr
Michael Lennert



