Die Bâloise Versicherungsgruppe hat ein Global Custody- und Depotbank-Mandat über 30 Milliarden Schweizer Franken an die BNP Paribas Securities Services vergeben.
Der Anlass für diesen Schritt: Da der kontinentaleuropäische Versicherer in fünf Kernmärkten – Schweiz, Luxemburg, Belgien, Deutschland und Österreich – tätig ist und gleichzeitig eine umfangreiche Produktpalette abbildet, war die bisherige Situation recht zersplittert.
Es gab mehrere Custodians und Depotbanken, gleichzeitig waren der Service, die Qualität und Preise verbesserungsfähig; zudem waren die Assets der verschiedenen Gesellschaften verstreut. Gründe genug, bei der Bâloise das Ziel auszurufen, das ganze Volumen der Gruppe in die Waagschale zu legen, die vorhandenen Assets zu bündeln und diese Herausforderungen zu meistern.
Komplexe Aufgabe
Gleichwohl war die Herausforderung komplex, genau so wie das Anforderungsprofil. Dieses definierte sechs Kriterien: Gesucht wurde ein Custodian, der im klassischen Custody-Geschäft stark ist, jedoch genauso Treasury-Lösungen, also beispielsweise Cash Management, Money Market/FX und Pooling, anbietet. Gleichzeitig wurde Wert auf Zusatzdienstleistungen wie Securities Lending, Investment Accounting und Performance Measurement gelegt.
Zudem musste in Deutschland und Österreich – die Kapitalanlagegesellschaften lassen grüssen – die Depotbankfunktion abgedeckt werden. Last but not least: Alle erdenklichen Fondslösungen sollten dargestellt werden können, beispielsweise der Anlagefonds für institutionelle Investoren nach Schweizer Recht. „Durch die Verabschiedung des neuen Kapitalanlagegesetzes (KAG) wird der Fondsstandort Schweiz eindeutig aufgewertet. Die Möglichkeiten, dadurch neue Produkte zu lancieren, wollen wir uns offen halten“, sagt Marco Brück, Leiter Operations bei Bâloise Asset Management in Basel. Ein weiteres Beispiel: durch die zunehmende Bedeutung von alternativen Investments, beispielsweise Hedgefonds und Private-Equity-Anlagen, war es zudem Bedingung, auch derartige Fondslösungen abbilden zu können.
Die Chemie muss einfach stimmen
„Mir kamen schon Zweifel, ob wir jemand finden, der all diese Anforderungen abdecken kann. Wäre das nicht möglich gewesen, hätten wir einen ganz neuen Ansatz wählen müssen, beispielsweise eine Länder- oder eine Produktlösung“, erklärt Brück weiter. Doch so weit kam es dann doch nicht, und BNP Paribas hatte letztlich die Nase vorne.
Dieser Weg …
Dennoch war der Weg lang und mühsam. Der Startschuss für das ambitionierte Projekt fiel im Frühjahr 2005. Zuletzt wurde in einem Beauty Contest mit den verbleibenden zwei Kandidaten eine Due-Diligence-Prüfung durchgeführt. „Unser Eindruck war, dass BNP Paribas als Global Custodian europäisch fokussiert ist. Dieser Ansatz passt sehr gut. Zudem ist BNP Paribas auch in unseren lokalen Kernmärkten vernetzt, also mit eigenen Operationscentern und lokalen Ansprechpartnern vor Ort, die die gleiche Sprache sprechen“, sagt Brück.
… wird kein leichter sein
Wichtig war Brück insbesondere die Plattform im Custody-Bereich und die Schnittstellen ins alte und neue Wertschriftensystem. Dies bildet das Fundament, auf dem alles andere aufgesetzt werden kann. Das Fundament steht mittlerweile, der Ausbau schreitet zügig voran. „Wir sind sehr zufrieden mit der Umsetzung, auch die positiven Rückmeldungen unserer europäischen Geschäftseinheiten bestärken uns. Bis jetzt haben wir die Assets migriert und alles, was wir in einem ersten Schritt an Basisdienstleistungen umsetzen wollten. Was jetzt noch fehlt, ist die Implementierung einiger Value Added Services wie beispielsweise Securities Lending“.
Gleichwohl gibt er zu, dass es auch für die Bâloise noch einiges zu lernen gab. Bestes Beispiel: Keinesfalls sollte der Zeitaufwand unterschätzt werden, den es braucht, um die Verträge aufzusetzen, aber auch um die neuen Prozesse und Schnittstellen zu optimieren und zu automatisieren, vor allem wenn man zuvor mit mehreren Anbietern zusammengearbeitet hat. „Man muss genügend Zeit fürs Testen einplanen. Bis die technischen Abläufe, wie beispielsweise die Datenversorgung wieder sauber läuft, dauert es sicher noch bis zum Jahresende.”
ML
- Finanzkrise frisst Deckung weg
- Nebenwerte auf Überholspur
- „Kosten sind wichtig, aber nicht entscheidend“
- Prof. Dr. iur. Monika Roth: Retrozessionen: Die gr...
- „Der Kunde soll ein Kostendach verlangen”
- Platz für eine Handvoll
- Der Preis des Risikos
- Impressum
- Der Anlagefonds für Insitutionelle soll es richten
- Sucht darf verschwiegen werden



