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Martin Freiburghaus |
Für den Substanzverlust der zweiten Säule mussten in den letztenJahren dieAktiven bluten. Das findet Martin Freiburghaus,Geschäftsleiter derVeska PK,unfair.Bernhard Raos berichtet
Seit zwölf Jahren leitet Martin Freiburghaus die autonome Veska Pensionskasse und hat die wohl schwierigste Periode für die zweite Säule direkt miterlebt. Er legt eine Tabelle auf den Tisch zur Jahres-Performance und zum Deckungsgrad von neun ausgewählten, grösseren Pensionskassen. Sie zeigt, dass die Kassen in den letzten elf Jahren gewaltig von ihrer Substanz gelebt haben: Der durchschnittliche Deckungsgrad sank von 136 (Ende 1999) auf 105,6 Prozent (Ende 2009). Das ist ein Substanzverlust von 30 Prozent. Die durchschnittliche Performance lag Ende 2009 bei 2,87 Prozent. Die Veska Pensionskasse gehört mit 3,25 Prozent zu den Besten.
Für Freiburghaus ein relativer Trost: „Es sind die aktiven Versicherten, die bei den geschwächten Pensionskassen bluten müssen. Ihnen wird der Rentnerzins von 4 Prozent seit Jahren nicht gewährt. Seit 2003 wird dies in den meisten Kassen so gemacht.“ Der 55-jährige Vater von drei erwachsenen Kindern zeigt sich schockiert, wie leichtfertig heute der nächsten Generation Zukunftslasten aufgebürdet werden: „Solange die Aktiven weniger Zins erhalten, subventionieren sie die Rentner.“ Für Freiburghaus sind Erhöhungen der Renten in der zweiten Säule für die nächsten Jahre kein Thema – so lange, bis die aktiven Versicherten ihren Rückstand in der Verzinsung aufgeholt haben.
Der PK-Leiter mit Fachausweis und eidgenössischem Diplom hat in seiner Kasse die Hausaufgaben gemacht. Die Veska hat im Schnitt Kosten für die Vermögensverwaltung von 0,25 Prozent des investierten Kapitals und zählt mit circa 120 Franken pro versicherte Person für die Administration zu den günstigsten Anbietern. Als grössere Kasse mit einer Bilanzsumme von 650 Millionen Franken – die Veska versichert vor allem Personal aus dem Gesundheitswesen – profitiert man im Anlagegeschäft von Skaleneffekten. Zudem verhandelt Freiburghaus hart um die Konditionen und legt die Gelder hauptsächlich passiv an: „Wir bezahlen keine Broker oder Makler und engagieren nur alle drei Jahre einen Anlageberater für eine einzige Stiftungsratssitzung“. Für die Mitesser am Vorsorgekuchen beiben so bloss die Krümel.
Dass die berufliche Vorsorge stärker reguliert wurde, damit kann er leben. Teilweise seien ja die schwarzen Schafe aus der eigenen Branche dafür verantwortlich – Stichworte Frontrunning und Kickbacks in die eigene Tasche. Freiburghaus ist für eine möglichst einfache, überschaubare Organisation: „Wir müssen ja nicht jeden Schnickschnack mitmachen und zig Versicherungspläne anbieten.“
Die Veska Pensionskasse hat den technischen Zins in zwei Schritten von 4 auf realistischere 3 Prozent gesenkt. Weil der Umwandlungssatz über das gesamte Sparguthabe– BVG-Obligatorium und Überobligatorium – aber bei hohen 6,8 Prozent liegt, mussten für Pensionierungsverluste über 20 Millionen Franken zurückgestellt werden. Für jeden Jahrgang, der neu in Rente geht, fliessen aktuell 2 bis 3 Millionen Schweizer Franken von der Substanz ab. „Auf Dauer ist das extrem unfair und ein Sprengsatz für die zweite Säule“, ist Freiburghaus überzeugt.
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