Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Falsche Entscheidung
Veröffentlicht am:  22. März 2010

Das Schweizer Stimmvolk hat sich mit einem deutlichen Votum gegen eine Senkung des Umwandlungssatzes ausgesprochen. Die Entscheidung ist falsch und verhindert, die zweite Säule für die Zukunft wetterfest zu machen. Dringend zu lösende Probleme werden in die Zukunft verschoben. Die Konsequenzen hieraus sind klar: Bei unverändertem Umwandlungssatz drohen den Pensionskassen aufgrund einer höheren Lebenserwartung der Destinatäre und tieferer Renditeaussichten zukünftig vermehrt Deckungslücken, die durch andere Massnahmen wie beispielsweise die Erhöhung des Rentenalters, Mehreinnahmen oder Leistungskürzungen geschlossen werden können. Diese Massnahmen gehen jedoch zulasten der Aktiv-Versicherten und bedingen eine Ausweitung der Umverteilung in der zweiten Säule, die bereits jetzt in vollem Gange ist. Für spn Anlass genug, dem Thema Umverteilung die Titelgeschichte „Wie die Jungen die Alten subventionieren“ zu widmen. Autor Bernhard Raos kommt dabei unter anderem zu dem Schluss, dass es hier um Fragen des Systems geht, also ob man dem Umlageverfahren mehr Gewicht geben oder einen Ausbau der ersten zulasten der zweiten Säule will. Da aber die Deckungslücken bei den Pensionskassen ohne deutliche Korrekturen ständig wachsen, werden seiner Ansicht nach vor allem jüngere Versicherte de facto enteignet. Sie sparen nicht für sich, sondern für die Rentner.

Themenwechsel. Mit ganz anderen Problemen hat Andreas Valda derzeit zu kämpfen. Der spn-Autor ist vor einigen Monaten mit seiner Familie aus der Schweiz nach Chile ausgewandert und berichtet über das dortige Pensionssystem. Er schreibt in seinem Artikel, dass die freie Pensionskassenwahl in Chile ein Erfolg sei. Die Rentabilität sei hoch. Doch ohne den Peitsche schwingenden Staat liefen die Kosten aus dem Ruder. Andreas Valda und seine Familie haben die schweren Erdbeben in Chile hautnah miterlebt. In seiner letzten E-Mail an spn schrieb Andreas, dass er in der Nacht nach Conception ins Epizentrum des Bebens aufbreche. Im Tagesanzeiger, für den er auch aus Chile berichtet, war dann von ihm zu lesen: „In Conception geht man mit dem Baseballschläger ins Bett.“ Lieber Andreas, für die spn-Redaktion ist es zwar sehr wichtig, dass die freie Pensionskassenwahl in Chile ein Erfolg ist. Noch viel wichtiger für uns ist es aber, dass du und deine Familie die Nachwehen des Erdbebens in Chile unbeschadet übersteht. Viel Glück und bis bald!


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