Fast zwei Drittel aller Investment-Strategien haben einen kürzeren Anlagehorizont als vom Investor gewünscht. Im Zeitraum von Juni 2006 bis Juni 2009 überschritten fast zwei Drittel der auf in titutionelle Investoren ausgerichteten Strategien ihr erwartetes Handelsvolumen. Das Volumen lag im Durchschnitt um 26 Prozent höher. Bei einigen Strategien überstieg es die Erwartungen sogar um 150 bis 200 Prozent.
Das geht aus der Studie „Investment Horizons – do Managers do what they say“ hervor, die vom IRRC Institut in Auftrag gegeben und von Mercer durchgeführt wurde. Die Studie analysierte dabei den Anlagehorizont von aktiv gemanagten Aktienportfolios in diesem Zeitraum und verglich verschiedene Strategien, Regionen und Stile miteinander. „Wenn zwei Drittel der Long-Only-Anlagestrategien für institutionelle Investoren ihre Portfolios häufiger umschichten, als sie selbst vorgeben, kann das ein Indiz für ein systematisches Problem sein“, erklärt dazu Jon Lukomnik, Programm Direktor bei IRRC, und verweist darauf, dass ein derartiges Verhalten signifikante Effekte auf Kosten, Performance und Risiko haben und dazu führen kann, dass die Strategie, anders als in den Anlagegrundsätzen vereinbart, bewirtschaftet wird. Interessant dabei: Wertorientierte Strategien tendieren laut Studie zu einem kleineren Handelsvolumen als andere Anlagestile. Large-Caps-Strategien zeigten wiederum ein kleineres Handelsvolumen als Small-Caps-Strategien, und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Strategien wiesen ein kleineres Handelsvolumen auf als Strategien, die nicht spezifisch auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Zudem zeigten sich bei Strategien für britische, kanadische und australische Aktien die kleinsten Handelsvolumina, während die Strategien in Europa inklusive Grossbritannien, den USA und weltweit die grössten Volumina aufwiesen. Doch nicht nur das. Laut Studie sind volatilere Märkte und sich verändernde makroökonomische Parameter Motive für eine Kurzfrist-Orientierung, aber auch uneinheitlich vorgetragene Präferenzen der Investoren, kurzfristig ausgelegte Anreizsysteme für die Manager sowie inkonsistentes Verhalten. Zudem deuteten die Portfolio Manager selbst an, dass mit einer kurzfristigen Kapitalanlage potenziell die Gesellschaften zu einer Orientierung am kurzfristigen Erfolg gedrängt werden, die Volatilität erhöht wird, sich ein Mangel an Disziplin in der Strategietreue im Investment-Prozess offenbart und die Interessenangleichung von Portfolio Managern und ihren Kunden gestört wird.
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