Für die Pensionskasse der Swiss Re spielt der Anlagerichtlinienkatalog des BVV 2 keine allzu grosse Rolle. Die Pensionskasse hat ihre eigene Anlagestrategie, die sich an einer absoluten Zielrendite von derzeit 5,5 Prozent orientiert.
Da die Anlagestrategie die Risikofähigkeit der Pensionskasse berücksichtigt, wird Artikel 59 BVV2 regelmässig bemüht. Mit einem Deckungsgrad von 124 Prozent ist die Risikofähigkeit recht hoch. „Die Erstellung der so genannten Erweiterungsbegründung ist kein grosser Aufwand“, sagt Brigitte Schmid, Geschäftsführerin der Swiss Re Pensionskasse. Grundsätzlich gilt bei der Pensionskasse Swiss Re: Der Artikel 59 ist nicht als Ausnahmeregelung anzusehen, sondern als zusätzliches Instrumentarium, welches in die eigenen Regeln zu integrieren ist. Schmid kann mit den Anlagerichtlinien gut leben, schlägt jedoch dennoch vor, das ganze „Prozedere“ durch detaillierte Fachvorschläge zu vereinfachen. Gefragt, ob denn eine 100prozentige Prudent Man Rule nicht sinnvoller sei, antwortet die Geschäftsführerin dahingehend, dass diese insbesondere für kleinere Pensionskassen durchaus eine Überforderung darstellen, sowie ein Gefühl der Orientierungslosigkeit erzeugen könnte. Die Pensionskassen sind deswegen oft recht froh, wenn Begrenzungen seitens des Gesetzgebers vorgegeben sind. Dies hilft Ihnen auch bestimmte Asset-Klassen,, die sie nicht kennen oder mögen, abzulehnen, oder nicht von neuen Anlageprodukten überrannt zu werden. „Insbesondere die Stiftungsräte müssen die Anlagestrategien auch verstehen. Dies ist bei sehr komplexen Anlageprodukten nicht immer der Fall“, sagt Schmid und verweist gleichzeitig auf ihre Strategie, die zeige, dass man auch mit den üblichen Anlageklassen eine gute Performance erzielen könne.
Die Pensionskasse der Swiss Re investiert derzeit in Aktien, Obligationen, Immobilien und Private Equity. Dabei definiert das Anlageregelement strategische Zielwerte und taktische Bandbreiten. Der Anteil der Aktien an der strategischen Asset Allocation beträgt im Moment 35 Prozent (Schweiz 15, Ausland 20), in Obligationen werden 41 Prozent (Schweiz 21, Ausland 20) des Anlagevermögens investiert und in Immobilien 20 Prozent – 17 Prozent hiervon in der Schweiz und drei Prozent im Ausland. „Bei Private Equity investieren wir nur in Fund-of-Funds-Konstruktionen, der strategische Zielwert liegt bei drei Prozent mit einer Bandbreite bis fünf Prozent, für Liquidität ist ein Prozent vorgesehen. In Hedgefonds investieren wir momentan überhaupt nicht, da uns diese Konstrukte zu undurchsichtig sind”, sagt sie.
ML
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