Auch ohne den Artikel 59 des BVV2 zu bemühen, kann eine Pensionskasse glücklich werden. Dies versichert Ruedi Fenk, Portfoliomanager bei der Pensionskasse des Kantons Zug.
„Uns reicht der Anlagekatalog des BVV2, wir überschreiten auch nirgends die vorgeschriebenen Höchstgrenzen“, sagt er. Eine Aussage, die die Vermutung nährt, dass etwa alternative Anlagen auch zukünftig keine Rolle spielen werden. „Genau so ist es. Dies hat unser Vorstand, so heisst unser Stiftungsrat, kürzlich wieder bestätigt“, erklärt Fenk weiter. Für die Pensionskasse sind beispielsweise die Konstruktionen bei Hedgefonds einfach zu undurchsichtig, es gibt zu viele Freiheitsgrade, zudem sind die Gebühren zu hoch.
Ein ähnliches Bild bei Private Equity: Hier wird der unzureichende Informationsfluss kritisiert, ebenso sind die Bewertungen schlecht nachvollziehbar. Rohstoffe spielen ebenfalls keine Rolle. „Was wir nicht klar durchschauen, darin investieren wir auch nicht. Gleichwohl zeigt uns unsere Performance, dass wir mit unserer Anlagestrategie auf dem richtigen Weg sind“, sagt der Portfoliomanager und verweist auf die erzielte Performance des vergangenen Jahres. Und die kann sich mit 16,4 Prozent durchaus sehen lassen. In den vergangenen 13 Jahren waren es übrigens durchschnittlich 7,2 Prozent per anno. „Wir steuern das Risiko über die Aktien und verfolgen bei den Obligationen einen konservativen Stil“, erklärt Fenk weiter. Konservativ bedeutet, dass die Obligationen alle mit einem „AAA” oder „AA” geratet sind und lediglich ein „A” verlieren dürfen, da sie sonst aus dem Portfolio entfernt werden. Die Aktienquote beträgt derzeit 36,5 Prozent – verteilt auf 20,9 Prozent Aktien Schweiz und 15,6 Prozent Aktien Ausland – und wird unter Zuhilfenahme von taktischen Bandbreiten gesteuert. Als Abweichung sind fünf Prozent nach oben und fünf nach unten vom vorgegebenen Strategiewert erlaubt.
Die Pensionskasse vergibt keine Mandate und steuert die Länderallokation selbst. Chancen mit Aktien werden derzeit bei den Emerging-Markets-Anlagen, insbesondere Japan, aber auch bei Mid Caps sowie Goldminen gesehen. Die Investitionen werden entweder direkt, über Anlagestiftungen oder über Fonds getätigt.
Die strategische Asset Allocation wird alle vier bis fünf Jahre angepasst, die taktische vier- bis fünfmal im Jahr. Der Deckungsgrad der Pensionskasse des Kantons Zug betrug im vergangenen Jahr 107,6, der technische Zins vier Prozent. Die bestehende Kantonsgarantie wurde zwar noch nie in Anspruch genommen, dient dennoch als psychologische Sicherheit.
ML
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