Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Lehren, Prognosen und Herausforderungen
Veröffentlicht am:  01. Februar 2010

Nach der Krise ist vor der Krise. Das wäre vielleicht zu viel gesagt. Aber dass Pensionskassen auch im Jahr 2010 schwierige Zeiten ins Haus stehen, davon gehen Experten wie Mike O‘Brian, Leiter des institutionellen Geschäfts für die Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika bei BlackRock aus. Und zwar unter anderem durch weiter unsichere Finanzmärkte, eine zunehmende Regulierung, demogragfischen Druck, die Notwendigkeit Finanzierungsprobleme entschlossen anzugehen sowie eine unaufhaltsame Verschiebung vom Leistungsprimat hin zum Beitragsprimat. „Die Effizienzverbesserung von Portfolios wird im Jahr 2010 ebenfalls ein Thema sein – insbesondere dürften institutionelle Anleger verstärkt auf synthetische Instrumente und Absolute-Return-Strategien setzen und weiterhin eine Diversifizierung in alternativen Vermögensanlagen und Schwellenländern anstreben“, sagt O‘Brian. Und das sei auch der Trend hin zu noch besser durchdachten Ansätzen zur Minderung oder Erhöhung von Portfolio-risiken. Insbesondere weil die letzten Jahre gezeigt hätten, wie wichtig gerade Risikomanagement ist. Deswegen müssen institutionelle Investoren nach Ansicht des BlackRock-Experten einerseits zunehmend in der Lage sein, Risiken schnell mindern oder erhöhen zu können, einfach um Gefahren besser abzuwenden oder Gelegenheiten wahrzunehmen. Andererseits gilt es speziell aufsichtsrechtliche Risiken wie zum Beispiel Solvency II oder die AIFM-Richtlinie noch besser adressieren zu können. Ebenso an Bedeutung würden zudem die Corporate Governance sowie umweltpolitische Fragen gewinnen.

Und Brian Rogers, Chairman und Chief Investment Officer bei T. Rowe Price, ist der Ansicht, dass „irgendwo die nächste spekulative Blase auf uns wartet. Wir wissen nicht, was es sein wird und wann sie platzen wird. Aber wir sollten uns bewusst sein, dass Spekulationsblasen nicht unbegrenzt wachsen“, sagt er. Rogers rät Pensionskassen deswegen Massnahmen zu ergreifen, um sich selbst vor dem nächsten turbulenten Finanzzyklus zu schützen. Und das sind für ihn Massnahmen, die gewährleisten, dass man sich nicht finanziell übernimmt, gut diversifiziert bleibt, in allen Investitionsentscheidungen die Risikofähigkeit nicht vergisst und langfristige Anlagestrategien etabliert, die in allen Marktphasen sinnvoll sind.


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