Eine geschlossene bürgerliche Allianz in der Schweiz will die Senkung des Umwandlungssatzes in der zweiten Säule. Ende 2009 haben Vertreter von FDP, SVP, CVP, GLP und BDP die Abstimmungskampagne für den 7. März lanciert. Dann entscheiden die Stimmbürger, ob die jährlichen Renten ab dem Jahr 2016 noch mit einem Rentenfaktor von 6,4 umgerechnet werden. Für die Befürworter ist diese Senkung von aktuell 7,0 für Männer und 6,95 für Frauen wegen der höheren Lebenserwartung nötig, denn das individuell angesparte Kapital müsse länger reichen.
Seit der Einführung der obligatorischen Säule hat die Lebenserwartung um drei Jahre zugenommen. Weil aber die Renditen an den Kapitalmärkten um rund die Hälfte gesunken sind, sieht auch economiesuisse (vergleiche dazu auch den Kommentar auf Seite 38), der Dachverband der Schweizer Wirtschaft, schwarz und ortet eine jährliche Deckungslücke von 600 Millionen Franken. Dieses Loch werde grösser, je länger der Umwandlungssatz zu hoch bleibe. Heute stopften vor allem die Erwerbstätigen und nachfolgende Generationen die Löcher der zweiten Säule. Mit der Anpassung des Umwandlungssatzes können – so economiesuisse – höhere Lohnabzüge für Erwerbstätige und hohe Anlagerisiken der Pensionskassen vermieden werden. Aufgrund von hohen Renditevorgaben zwinge ein hoher Umwandlungssatz die Pensionskassen zu riskanteren Anlagestrategien. In dasselbe Horn stösst auch der Bundesrat in seiner Argumentation für „faire Renten“ und eine Senkung des Umwandlungssatzes.
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