Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Wo die Schweizer der Schuh drückt
Veröffentlicht am:  01. Februar 2010

Mit Abstand die meisten Sorgen bereitet den Eidgenossen die Arbeitslosigkeit. Im aktuellen Sorgenbarometer, im Auftrag der Credit Suisse durch das Berner Forschungsinstitut GFS bei 1.009 repräsentativ ausgewählten Stimmberechtigten erfasst, schnellten die Nennungen für „Arbeitslosigkeit“ im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 66 Prozent hoch.

Es folgen mit je 36 Prozent das Gesundheitswesen und die Altersvorsorge. Zählt man Altersvorsorge und Soziale Sicherheit zusammen, belasten diese beiden Sorgen die Befragten mit 67 Prozent aber ähnlich wie die Arbeitslosigkeit. Gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen ist die Sorge um die Wirtschaftsentwicklung (27 Prozent/+10 Prozent). Noch problematischer wahrgenommen wird die erstmals befragte Finanz- und Bankenkrise (29 Prozent), während die Angst vor der Inflation gesunken ist (14 Prozent/–4 Prozent). An Wichtigkeit eingebüsst haben Themen wie Umweltschutz (17 Prozent/–3 Prozent) und Energiefragen (9 Prozent/–6 Prozent). Kritisch ist die Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage: Immerhin 44 Prozent nehmen eine Verschlechterung wahr. Für 2010 erwartet eine Mehrheit (55 Prozent) eine ­Stagnation; optimistisch in Sachen Aufschwung sind bloss 16 Prozent (+6 Prozent). Dazu kontrastiert die persönliche Lage, welche von 11 Prozent mit „sehr gut“ und von 49 Prozent mit „gut“ eingestuft wird. Allerdings rechnen doch 10 Prozent mit einer Verschlechterung und 9 Prozent mit einer Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen Situation.

Am meisten Vertrauen geniessen erstmals in der Geschichte des Barometers die Medien. Fernsehen (72 Prozent) und Radio (70 Prozent) haben die traditionellen Spitzenreiter Bundesgericht und Polizei (je 66 Prozent) überholt. Ebenfalls deutlich zugelegt haben das Internet (52 Prozent/+18 Prozent) und die Printmedien. Erstaunlicherweise geniessen die Gratiszeitungen (57 Prozent/+21 Prozent) mehr Vertrauen als die bezahlten Zeitungen (55 Prozent/+7 Prozent). Die Befragten unterscheiden auch zwischen den Parteien und ihren Vertretern im Nationalrat. Während das Vertrauen in die Parteien mit 32 Prozent (+2 Prozent) sehr tief liegt – nur die EU kommt mit 31 Prozent (+3 Prozent) noch schlechter weg –, geniesst der Nationalrat mit 64 Prozent (+ 14 Prozent) am meisten Vertrauen von allen politischen Akteuren.





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