Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Für individuelle Bedürfnisse die passende Strategie

Autor: Thomas Merz, Quantitative Strategies Group, Credit Suisse

Veröffentlicht am:  07. Dezember 2009

Gastbeitrag von Thomas Merz

Der Core-Satellite-Ansatz verbindet das Beste aus zwei Welten: aktiv und passiv gemanagte Instrumente. Dabei bietet das Kernportfolio Stabilität, um die langfristigen Renditeziele zu erzielen, der Satellit dient dem Erreichen kurz- bis mittelfristiger Gewinnchancen. Mit Exchange Traded Funds (ETFs) lässt sich das Konzept optimal umsetzen.

Moderne Anlagestrategien setzen sich heute nicht mehr einfach aus einzelnen Titeln zusammen. Die Basis eines optimalen Portfolios bildet eine breite Diversifikation, genauer ausgedrückt: ein über alle relevanten Anlageklassen ausgewogenes, global diversifiziertes Portfolio. Immer mehr Investoren nutzen bei der Vermögensaufteilung das „Core-Satellite-Konzept“. Bei der Umsetzung dieser Strategie spielen Exchange Traded Funds (ETFs) eine immer wichtigere Rolle. Innerhalb weniger Jahre haben sich ETFs zu einem bedeutenden Anlageinstrument entwickelt. Die Wachstumsraten sind rasant. Ende September 2009 lag das in Europa verwaltete Vermögen bei 204 Milliarden US-Dollar – Tendenz weiter steigend. Anleger schätzen an den ETFs die hohe Flexibilität, da sie wie Aktien zu niedrigen Handelsspannen über die Börse zu erwerben sind. Damit lassen sich schnell und umkompliziert grössere Positionen in unterschiedlichen Märkten auf- und wieder abbauen. Durch den Börsenhandel wird eine transparente Preisfeststellung sichergestellt. Dies bietet einen deutlichen Vorteil gegenüber dem ausserbörslichen Handel im traditionellen Investmentfonds-Geschäft. Zudem ermöglichen die unterschiedlichen ETF-Strukturen eine breite Risikostreuung zu geringen Kosten. Die hohe Liquidität, der einfache Zugang sowie das niedrige Kostenniveau zeichnen ETFs daher als ideales Anlagevehikel für die Core-Satellite-Strategie im Portfolio Management aus.

Flexible Vermögensaufteilung im Fokus

Der Core-Satellite-Ansatz zielt darauf ab, eine klare Trennung zwischen der konstanten Kernanlage und den flexiblen Beimischungen (Satelliten) zu erreichen. Dabei soll das Kern-Investment (Core) möglichst eine Grundrendite erreichen. Dieser Teil des Kapitals wird in breit diversifizierte Anlageinstrumente investiert, die in der Regel einen der grossen Indizes nachbilden. Somit wird das Risiko reduziert und Stabilität zum Vergleichsindex garantiert. Mit dem Satelliten-Investment soll hingegen eine Outperformance (Alpha) erzielt werden. Der Satellite-Teil des Portfolios gibt dem Portfolio Manager ausreichend Spielraum Strategien einzusetzen, um über den Kernbereich des Portfolios hinaus Renditen zu erzielen. Die Anlagen sind kurz- bis mittelfristig und weichen bewusst vom Risiko-Rendite-Profil des Gesamtportfolios ab. Dabei werden weitere Risikokomponenten hinzugefügt, um eine Überrendite gegenüber der definierten Portfolio-Benchmark zu erzielen. Anlagen im Satelliten können aus einer Mischung von passiven und aktiven Instrumenten bestehen. Hierfür bieten sich ETFs ebenso an.

ETFs im Satelliten als Renditetreiber

Gewöhnlich wählen Investoren für die Satelliten Renditequellen, die zum Kernportfolio weniger korreliert sind. Zu Letzteren zählen an den Aktienmärkten je nach Konjunkturlage wechselnde Branchen oder Themen, Value- oder Growth-Titel, Small- oder Large-Cap-Unternehmen. Ist der Renditetreiber identifiziert, kann er dank dem mittlerweile grossen Universum an ETFs direkt und zeitnah, zudem schnell und kostengünstig ins Satelliten-Portfolio integriert werden. ETFs eignen sich daher nicht nur als langfristige Anlage, sondern sind auch bei Anlegern beliebt, die kurzfristig von einem Trend profitieren oder Markt-Timing betreiben wollen.


Abb. 1: Im Kern als auch im Satelliten;
Quelle: Credit Suisse.

Produkte für alle Anlagebedürfnisse

ETFs sind somit der ideale Baustein für die Vermögensverwaltung. Sie vereinen die Vorteile von Einzelanlagen mit jenen klassischer Anlagefonds: ETFs diversifizieren das Risiko auf den gesamten, vom Index abgebildeten Markt und minimieren die Gefahr einer Underperformance sowohl in steigenden wie auch in fallenden Märkten. Die Credit Suisse hat frühzeitig erkannt, dass passive Anlagelösungen eine wichtige Ergänzung zu den gängigen Produkten im Anlagegeschäft darstellen. Bereits seit 1994 ist sie in dem Geschäft mit passiven Anlageprodukten tätig und in der Schweiz unangefochtener Marktführer. Das Produktangebot der Credit Suisse ETFs, die unter dem Namen Xmtch vertrieben werden, umfasst aktuell 27 Produkte, mit denen Anleger Kernportfolios verfeinern und um attraktive Satelliten-Produkte zur Optimierung des Rendite-Risiko-Profils ergänzen können. Neben den Large Caps der wichtigsten Weltregionen deckt die Credit Suisse auch das Small-Cap-Segment ab.

Gold-ETFs im Fokus

Zu den neuesten Produkten zählen die drei Gold-ETFs. Gold als sicherer Wert in unsicheren Zeiten spricht für eine Beimischung dieser Anlageklasse. Deshalb suchen Anleger Schutz beim Edelmetall, das sich historisch oft bewährt hat: Gold unterliegt Wertschwankungen, verliert aber nie seinen Substanzwert. Es gilt als Schutz vor Inflation. In den zurückliegenden Jahren hat sich der Goldpreis mehr als verdoppelt. Dies gilt nicht nur für Barren oder Münzen, sondern auch für Wertpapiere, deren Kursentwicklung dem Gold folgt. Hierzu zählen auch ETFs, die sich mittlerweile zu neuen bedeutenden Instrumenten am Goldmarkt entwickelt haben. Inzwischen entfallen bereits 9 Prozent der gesamten weltweiten Goldnachfrage auf dieses Anlageinstrument. Gold-ETFs bieten die Möglichkeit, auf einfache und direkte Art an der Wertentwicklung des Edelmetalls teilzuhaben.

Stabiler Anker im Portfolio

Wie in der Vergangenheit oft beobachtet werden konnte, reagierte der Goldpreis mit einem starken Preisanstieg in Situationen globaler Unsicherheit. In der Vergangenheit konnten unterschiedliche Muster des Goldpreisanstiegs beobachtet werden. Die Vermutung liegt nahe, dass bei einer langsamen Verschlechterung der politischen bzw. ökonomischen Situation Anleger eher dazu neigen, grössere Goldpositionen im Portfolio zu halten, um längerfristig an der Entwicklung zu partizipieren. Bei schockartigen Ereignissen tendieren Anleger hingegen dazu, Gold als spekulatives Element zu nutzen.

Der Goldpreis (Spot in USD) hat sich über weite Strecken unterschiedlich gegenüber dem Aktienmarkt und dem USD-Wechselkurs entwickelt. Dies zeigen die Korrelationen gegenüber dem breiten Aktienindex MSCI World Total Return in USD und gegenüber den beiden Währungen CHF und EUR, mit bereits negativen Werten (vergleiche auch Tabelle). Gold hat immer dann eine gute Rendite erzielt, wenn die US-Währung gegenüber dem Schweizer Franken an Wert eingebüsst hat. Diese Beziehung scheint nicht eine Konstante zu sein, jedoch zeigt sich über einen längeren Zeithorizont, dass Gold eine äusserst wünschenswerte Diversifikationswirkung aufweist (Korrelationskoeffizienten über längere Phasen < 0) und somit speziell für USD-Anlagen ein gutes Diversifikationspotenzial besitzt, wie in Abbildung 2 dargestellt.

Globale Goldreserven sind begrenzt

Obwohl Gold ein relativ seltenes Edelmetall darstellt, sind die Vorkommen weltweit gestreut. Die Förderung bedarf spezieller Gewinnmethoden, die zum Teil sehr aufwendig sind. Ein Grund, warum der Goldpreis voraussichtlich an Wert zunehmen wird, ist, dass das Weltgoldvorkommen begrenzt ist und technologische Grenzen dazu führen werden, dass nur ein Bruchteil gefördert werden kann. Nach dem Hoch im Jahr 2001, mit einer Produktion von 2.654 Tonnen, nahm die Goldproduktion ab. Die grösste Nachfragerin war 2008 die Schmuckindustrie mit 2.100 Tonnen. 760 Tonnen entfielen auf den Anteil, der zu Münzen und Barren verarbeitet wurde. Die industrielle Nachfrage, inklusive jener der Dentalindustrie, betrug knapp 430 Tonnen. In letzter Zeit haben sich ETFs zu einem beachtlichen Goldmarktteilnehmer entwickelt und vereinen bereits 9 Prozent der Gesamtnachfrage, nämlich 320 Tonnen auf sich. Die Zuflüsse in Edelmetallanlagen haben seit den Turbulenzen an den Märkten stark zugenommen. Die fallenden Kurse an den Märkten bis März 2009 haben Gold wieder als sichere Alternative in den Fokus gerückt. Hiervon haben auch die Gold-ETFs profitiert. Das Volumen von Gold-ETFs ist stetig gestiegen und somit auch die Bestände von physisch hinterlegten Gold-ETFs. Der Beitrag einer Goldinvestition für die Gesamtrendite im Portfolio kann folgendermassen zusammengefasst werden: Das Edelmetall liefert einen hohen Beitrag zugunsten der Diversifikation der Portfoliorisiken, im Speziellen für US-Dollar-Anlagen. Gold bietet gute Absicherung von Randrisiken in Zeiten von Extremereignissen und makroökonomischen Krisenzeiten. Es liefert einen signifikanten Performance-Beitrag bei steigender Inflation, Risikoaversion und hohen Zinsen bei gleichzeitiger Abwertung der US-Währung.





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