Exchange Traded Funds (ETFs) werden zunehmend zum zentralen Portfoliobestandteil etlicher institutioneller Investoren. So zeigt eine aktuelle Studie von Barclays Global Investors, dass die Zahl der institutionellen Investoren, die ETFs nutzen, im vergangenen Jahr weltweit um 12 Prozent auf 2.926 gestiegen ist. Das entspricht einer durchschnittlichen Wachstumsrate in den vergangenen 11 Jahren von knapp 30 Prozent.
ETFs genauer unter die Lupe genommen
Die zunehmende Bedeutung von ETFs führte jetzt zudem dazu, dass die Rating Agentur Scope ETFs zum ersten Mal genauer unter die Lupe nahm und über 200 Produkte und ihre Indizes anhand eines Scoring-Modells bewertete. Und zwar mit folgenden Ergebnissen: Die Schwachstellen von ETFs liegen laut Scope häufig in ihren Indizes, beispielsweise wurden in vielen Nischenindizes Klumpenrisiken identifiziert. Bei der Handelsqualität, bei den Kosten sowie bei der Informationsqualität und Transparenz konnten die Fonds jedoch überzeugen. Zudem ergab die Analyse die deutliche Qualitätsspreizung bei der Replikationsqualität.
Produkte nur so gut wie der Index
„Die Qualität des Indexfonds kann nur so gut sein wie der Index, den er nachbildet“, erklärt Sasa Perovic, Leiter ETF-Analyse bei Scope. Ausschlaggebende Faktoren für die Indexbewertung waren der Repräsentations- und Reinheitsgrad des Index, seine Diversifikation, eventuelle Klumpenrisiken, die Regularien bei Indexsteuerung und -anpassung sowie die Indexberechnung, unter anderem die Reinvestition der Dividenden. Der Repräsentationsgrad zeigt, wie breit der Index seinen Markt abdeckt. Insbesondere kleine und sehr grosse Märkte führen nach den Scope-Ergebnissen bei der Indexkonstruktion zu Schwierigkeiten. Bei grossen Märkten kann eine Beschränkung auf Titel mit der grössten Marktkapitalisierung zu Ergebnissen führen, die den Gesamtmarkt nur unterdurchschnittlich widerspiegeln. Bei der Einbeziehung von vielen Titeln – mit teilweise geringer Marktkapitalisierung – kann die Indexentwicklung durch die ETFs selbst beeinflusst und dadurch verzerrt werden. Kleine Märkte wiederum werden häufig von wenigen Titeln dominiert, wodurch sich Klumpenrisiken ergeben können. Doch nicht nur das. Den Reinheitsgrad prüfte Scope anhand der Geschäftstätigkeit und geographischen Lage der Indexmitglieder sowie, ob auf die genaue Abbildung des jeweiligen Indexthemas geachtet wurde. „Ausserdem haben wir bei der Bewertung darauf Wert gelegt, dass der Index klaren Regeln unterliegt und bei der Steuerung Extreme vermieden werden“, erläutert Perovic weiter, und weist darauf hin, dass bei häufigen Anpassungen die Transparenz und Einfachheit des Underlyings sinke. Auf der anderen Seite bildeten starre und unflexible Indizes mittelfristig ihren Markt nicht mehr ab. Insgesamt zeigte sich auch, dass von Börsen berechnete Indizes im Schnitt transparenter und nachvollziehbarer waren als Indizes, die von Banken aufgelegt wurden.
Abbildungsmethode und Index bestimmen Replikationsqualität
Die Ergebnisse der Scope-Analyse zur Abweichung der betrachteten ETFs von ihren Indizes fielen zudem recht unterschiedlich aus; hier gab es im Emittentenvergleich deutlich erkennbare Unterschiede. Dies erklärt sich aus der angewandten Replikationsmethodik und den gewählten Basiswerten. Beispielsweise ist die Replikation von Standardindizes generell einfacher als bei Nischenindizes; diese Tatsache führte in der Summe auch zu besseren Replikationsergebnissen. Gleichzeitig lieferten Swap-basierte ETFs bei der Replikationsqualität im Durchschnitt deutlich bessere Ergebnisse als voll replizierende Produkte.

- Die grosse Unübersicht der BVG-Versicherer
- Private Equity und die Wirtschaftskrise
- Gegen die Mitesser am Vorsorgekuchen
- Zeitbombe Rentenverpflichtungen
- Eine wahrhaftige Achterbahn der Erwartungen
- Michael Brandenberger
- 2009 bleibt in guter Erinnerung
- Stetig steigende Anforderungen
- „Wir haben fast alle als Konkurrenten“
- Erstes Rating für ETFs



