Jede Medaille hat zwei Seiten, auch die Anlageklasse Immobilien Schweiz. So scheint es, als seien die Schweizer Bau- und Immobilienmärkte bis jetzt glimpflich durch die Krise gekommen, vor allem im Vergleich zu den USA, Grossbritannien oder Spanien. Doch der Schein trügt. Denn eines lässt sich heute mit Sicherheit schon sagen: Die Krise ist weder im Immobilien- noch im vorgelagerten Bausektor schon ausgestanden, sie steht vielmehr erst bevor. Das auf jeden Fall geht aus der aktuellen Ausgabe des „Immo-Monitorings“ von Wüest&Partner hervor. Bevorstehen würde die Krise deswegen, da Immobilienmärkte die Auswirkungen eines Konjunktureinbruchs typischerweise erst mit ein bis zwei Jahren Verspätung voll zu spüren bekommen. Panik ist gleichwohl nicht angebracht, da laut Studie die Folgen der aktuellen Rezession für die Immobilienbranche wohl weniger gravierend ausfallen werden als bei früheren Konjunktureinbrüchen.
Immobilien in der Krise gesucht
Interessant dabei: Obwohl sich auch kotierte Immobilienanlagen in der Schweiz dem Abwärtstrend der Weltwirtschaft nicht entziehen konnten, stieg trotz dieses schwierigen Marktumfeldes im Jahr 2008 die Zahl der Immobilien-Anlagegefässe weiter an, wobei hier vor allem Fonds eine aussergewöhnliche Dynamik entwickelten. So sind im Betrachtungszeitraum gleich fünf neue Immobilienfonds entstanden oder liessen sich an der Börse kotieren. Zudem wurden 2008 über 500 neue Immobilien in den Portfolios der kotierten Immobilien-Anlagegefässe gezählt. Dies entspricht einer Zuwachsrate von 13 Prozent. 2008 war zudem der Anteil der Liegenschaftsverkäufe aus dem Bestand mit zwei Prozent sehr gering. Verkauft wurden überwiegend gemischte oder reine Geschäftsliegenschaften, wobei die grössten Abgänge wenig überraschend an den peripheren Lagen in den Agglomerationen der Klein- und Mittelzentren stattfanden. Unter den Top-Investitionsgemeinden rangierten die Grossstädte, gefolgt von Gemeinden in deren Agglomerationsgürteln sowie in den Klein- und Mittelzentren selber. Die Präferenz für eine risikoarme, hochwertige Lage nahm weiter zu, ein Trend, der sich wohl in näherer Zukunft fortsetzen werde.

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