Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Im Umbruch
Veröffentlicht am:  02. November 2009

„Wir leben in einer Zeit tief greifender historischer Umbrüche. Dieser Prozess zwingt uns alle zum Umdenken“, formulierte einmal Richard Freiherr von Weizsäcker. Seine Worte könnten auch heute aktueller nicht sein: Dass wir uns derzeit im Umbruch befinden, zeigen verschiedene Artikel in der aktuellen spn ganz deutlich.

So gibt im Chefsache-Interview (Seiten 20 bis 22) Andreas Schlatter von der UBS zum einen offen zu, dass man sich bei der Aufarbeitung der Krise noch in einer frühen Phase, in der sich erst der Nebel zu lichten beginnt, befinde. Zum anderen sagt er aber auch, dass man an dem einen oder anderen Ort schon Antworten und Reaktionen sehe.

In der Berichterstattung über das „Zweite Schweizer Leadership Pensions Forum“ (Seiten 12 bis 15) kamen die Diskutanten unter anderem zu dem Schluss, dass es derzeit weder einfache Lösungen noch ein allgemeingültiges Rezept gebe. So liessen sich Krisen zwar eindämmen, aber nicht verhindern. Hierzu merkte etwa André Kohler, Mitglied der Geschäftsleitung der B+B Vorsorge, an, dass man Sollbruchstellen einbauen müsse, wenn die ganze Maschine heiss laufe.

Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker wiederum, ein Verwandter von Richard Freiherr von Weizsäcker, forderte auf dem Nachhaltigkeitsforum der Financial Times Global Events (Seiten 7 bis 9) eine Neuorientierung der Wachstumspolitik. Denn statt Verbesserung der Arbeitsproduktivität müsse das Ziel jetzt Verbesserung der Ressourcenpolitik lauten. „Das ist auch die Lehre aus der globalen Finanzkrise, an der nicht allein die Banken schuld waren, sondern insbesondere die billige Energie“, ergänzte er und forderte als Konsequenz, dass der nächste Kondratieff-Zyklus grün sein müsse.

Und im Artikel „Quo vadis, Kapitalanlage? Die amerikanische Sicht“ (Seiten 23 bis 28) formulieren die spn-Autoren Murat Ünal und Maik Rodewald Thesen, wie es um die Kapitalanlage der Zukunft bestellt sein könnte. Darunter stellen sie Aspekte fest wie: Viele Asset-Klassen hätten durch die Krise ihren Charakter verändert; die Jagd nach Alpha gehe weiter; die bisherigen Kapitalmarktmodelle reichten nicht aus; oder Kosten und Gebühren würden zukünftig eine zentrale Rolle spielen.

Hoffentlich reichen die Worte von Richard Freiherr von Weizsäcker auch insoweit bis in die Gegenwart und wir befinden uns im Umbruch. Ein Umbruch, der uns auch zum Umdenken zwingt.

Herzlichst, Ihr





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