Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Einbruch bei der Wertpapierleihe
Veröffentlicht am:  01. Juni 2009

Die Finanzkrise hat zu einem Einbruch bei der Wertpapierleihe, dem sogenannten Securities Lending, geführt. Denn als Reaktion auf die Turbulenzen der Finanzkrise haben rund ein Viertel der Pensionskassen ihre Securities-Lending-Verträge gekündigt, rund 11 Prozent setzen sie teilweise aus, 34 Prozent ganz. Die restlichen Kassen haben die Verträge unverändert weitergeführt.

Das ist ein Ergebnis der 9. Swisscanto Pensionskassenumfrage. Hervorzuheben ist hierbei jedoch der Fakt, dass die Umfrage nicht untersucht hat, ob die Gegenpartei als Prinzipal oder als Agent agiert. Die Unterscheidung ist deswegen wichtig, da im ersten Fall die Gegenpartei für die ausgeliehenen Titel haftet, im zweiten der Ausleiher, also die Vorsorgeeinrichtung, das volle Risiko selber trägt.

Securities Lending wird ähnlich wie die Absicherung mit Derivaten vermehrt bei grösseren Vermögen eingesetzt. So haben über zwei Drittel aller Pensionskassen mit einem Anlagevermögen von über fünf Milliarden Franken Securities-Lending-Verträge abgeschlossen. Bei Pensionskassen mit Vermögenswerten zwischen 50 Millionen und einer Milliarde Franken Anlagevermögen sind es zwischen 31 Prozent und 44 Prozent. Vorsorgeeinrichtungen mit kleinem Anlagevolumen wiederum sind nur selten solche Verträge eingegangen; sie dürften aber indirekt vom Securities Lending betroffen sein, da davon auszugehen ist, dass die meisten Anbieter von Kollektivanlagen dieses Geschäft betreiben.

Gegenparteirisiko zentral

Doch noch einmal zurück zur Überprüfung der Gegenparteirisiken. Diese haben 76 Prozent der öffentlich-rechtlichen und 61 Prozent der privatrechtlichen Kassen vorgenommen. Die grossen Kassen, also Kassen mit einem Volumen von über fünf Milliarden Schweizer Franken, haben dies sogar in knapp 90 Prozent der Fälle getan.

Sanierungsmassnahmen im Einzelnen

Weitere Ergebnisse im Überblick: Als mit 39 Angaben häufigste Massnahme erweist sich der vom Arbeitgeber geleistete Sanierungsbeitrag, der in der Regel parallel geht mit einem Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmer. Ebenfalls über 30 Mal werden der Aufschub von Leistungsverbesserungen und Beitragserhöhungen ohne Leistungsverbesserungen genannt. Die Reduktion des Umwandlungssatzes führen 330 Kassen an. Je 17 Nennungen erhalten die Verwendung von Mitteln aus Wohlfahrtsfonds und die Arbeitgeberreserve mit Verwendungsverzicht. In 25 Fällen leistet der Arbeitgeber eine Sanierungseinlage. Den grössten Effekt dürfte jedoch die Nullzinsrunde haben, die bei vielen Kassen mit einem umhüllenden Vorsorgeplan für das Jahr 2008 umgesetzt wird.

An der 9. Swisscanto Pensionskassenumfrage haben im Frühjahr 2009 genau 272 Vorsorgeeinrichtungen teilgenommen. Sie gliedern sich in 246 Pensionskassen, davon 45 öffentlich-rechtliche, sowie 15 offene Gemeinschaftseinrichtungen und 11 Sammelstiftungen. Das Gesamtvermögen der Teilnehmer beträgt 342 Milliarden Schweizer Franken.





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