Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Die Krise wuchert weiter
Veröffentlicht am:  14. April 2009

Die Krise ist wie ein Krebsgeschwür.

Befall: Zuerst war die Krise weit weg. Die ersten schmerzhaften Beschwerden zeigten sich im Immobilienmarkt in Amerika, im sogenannten Subprime-Segment, dem Markt für zweitklassige Ramsch-Immobilien. Hier begann sie zu wuchern.

Und die Krise wucherte schnell. Über strukturierte Anlagen, die zu toxischen wurden, infizierte sie das weltweite Finanzsystem. Mittlerweile ist klar: Die Krise hat auch uns befallen. Sie ist bösartig.

Opfer: Die Krise fordert zunehmend ihre Opfer. Überlebenswichtige Organe, die sogenannten systemrelevanten Institutionen, müssen überleben, andere können amputiert oder fallen gelassen werden. Doch welche Stellen sind vom Krebs befallen, und welche sind noch gesund?

Lähmung: Die Krise lähmt und macht Angst. Kein Tag vergeht ohne neue negative Nachrichten. Die Abwärtsspirale dreht sich immer schneller. Die Krise metastasiert in die Realwirtschaften hinein und befällt ganze Volkswirtschaften. Die Krise macht sprachlos.

Kampf: Zugleich wird ihr der Kampf angesagt. Die Staaten intervenieren in nie da gewesenem Umfang. Auch die Notenbanken klotzen, anstatt zu kleckern, und bieten die ganze Klaviatur ihrer Massnahmen auf. Hohe Medikamentendosen sollen die Krise besiegen.

Nebenwirkungen: Doch die hohe Dosierung hat immense Nebenwirkungen. Diese zeigen sich insbesondere in einem dramatischen Anstieg der Staatsverschuldungen. Folge: Die Angst vor Staatspleiten nimmt dramatisch zu. Auch das Gespenst der Inflation wird in naher Zukunft vehement an die Tür klopfen.

Schuld: Doch wer trägt die Schuld an der Krise? Die Schuld hat sicher viele Gesichter. Nur einige Banker sind sich ihrer nicht bewusst. Diese Banker leben in einer parallelen Realität. Sie genehmigen sich weiter exorbitante Boni, klagen überzogene Pensionsansprüche ein oder lassen ihre Chefetagen teuer renovieren. Und das alles subventioniert durch Milliarden an Steuergeldern.

Keine Reue, keine Demut, gar nichts. Schande über sie. Wenn Gott gerecht wäre, hätte die Krise nur sie treffen dürfen. Doch Gott war nicht gerecht.

Hoffnung: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Sowie der Glaube an Gott. Gott ist gerecht. Er wird es nicht zulassen, dass der Krebs obsiegt. Aufgeben gilt nicht.

Währenddessen wuchert das Krebsgeschwür unbeeindruckt weiter.

Herzlichst, Ihr

Michael Lennert, Chefredaktor





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