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Im Jahr 2008 konnten weder mit Aktien noch mit Private Equity positive Renditen erwirtschaftet werden. Allen Ansprüchen zuwider konnten sich auch Hedgefonds, welche fehlende Effizienz an den Märkten auszunutzen versuchen, nicht der Krise entziehen. Sie wurden unter anderem mal wieder als die wahren Verursacher der Krise gebrandmarkt.
Ziele verfehlt
Bei 75 Prozent der gängigen Hedgefonds-Strategien sind inhärente Risikofaktoren bekannt, welche die Ertragsentwicklung vorhersagbar machen konnten: Long-Short Equity, Fixed Income - und Market Neutral Arbitrage und hybride Strategien (Merger Arbitrage, Convertible Arbitrage) waren so gut wie chancenlos, da Inter- und Intra-Korrelationen der Aktienmärkte in Krisenzeiten gegen eins tendieren und der Geld- und Kreditmarkt extrem ausgetrocknet war. Damit waren sie folglich in einer Korrelations- und Liquiditätsfalle.
Der wahre Kern des Problems liegt jedoch eher in dem fatalen Experiment, Einzelmarktrisiken zu isolieren, in Form von zum Beispiel CDOs neu zu strukturieren und zu bewerten. Dementsprechend handelt es sich um eine systemische Problematik. Nicht ein Markt oder Marktsegment verschuldet somit diese Krise, vielmehr ist es ein Problem der Finanz-Intelligenzia beziehungsweise deren Risikomodellen.
Verkannte Trendfolger?
Auf einer ganz anderen Logik baut jedoch die Strategie der Trendfolge (Managed Futures) auf. Sie reduzieren Komplexität auf reine Preisbewegungen, die am einfachsten zu messende Einheit des Profits. Dazu bedienen sie sich elementarer, liquider Futures-Kontrakte, welche ja ursprünglich als standardisierte Instrumente für den Risikotransfer erdacht wurden. Dieser Mechanismus war in seiner Funktionsfähigkeit nie gefährdet.
Zu unterscheiden ist dabei zwischen Strategien, welche auf diskretionären Ansätzen beruhen, und solchen, welche sich ausschliesslich der Nüchternheit der Mathematik bedienen und logisch nachvollziehbare Handelsanweisungen umsetzen. Bei Ersteren, stark Research-getriebenen Handelsmodellen, darf nicht verkannt werden, dass eine Ergebnisreplikation, geschweige denn eine relative Prognosesicherheit kaum möglich ist, solange sich die Entscheidungsfindung auf qualitativen Faktoren abstützt. Die Bewertung dieser Faktoren mag falsch oder nicht objektiv nachvollziehbar sein. Hier stellt sich dann das Problem des „Star”-Effekts. Dem Star-Trader werden alle psychologischen und mentalen Schwächen abgesprochen, der Mensch wird als kontinuierliche Leistungsmaschine betrachtet. Diese Situation konnte unter anderem bei dem Fall Amaranth 2006 oder viel früher schon beim Kollaps der Barings Bank 1995 beobachte werden. Selbst bei „bescheidenen” Stars stellt sich immer die Frage des Verlustes des Leistungsträgers durch Stellenwechsel des Mitarbeiters. Das Vermögensdepot wird zwangsweise einen Stilbruch erleiden, das Ertragsmuster sich verändern.
Ein Ausweg aus diesem Dilemma können Trading-Ansätze sein, die zu hundert Prozent automatisiert und damit zwangsläufig replizierbar bleiben. Was häufig als „Black Box” abgetan wird, ist in Wirklichkeit eine systematisierte Entscheidungsmaschine. Die Eigenschaften einer solchen Maschine können mit geeigneten Monte-Carlo-Verfahren auf bestimmte Leistungsmerkmale und Verhaltensmuster getestet werden. Voraussetzung ist hierbei, dass dem Anbieter ein Erfinder- und Kopierschutz gewährleistet werden kann, welcher bei geistigem Eigentum jedoch nur schwer durchzusetzen sein wird. Ein sinnvoller Kompromiss zur Vertrauensbildung wird durch die Verwaltung von Geldern in Managed Accounts erzielt und damit eine tägliche Transparenz der Anlage ermöglicht.
Chancen nicht übersehen
Es wäre eine vergebene Chance, die im Prinzip seit Jahren bekannten und auch wissenschaftlich untersuchten Eigenschaften von Managed Futures zu übersehen. Sie sind ein Alpha-Generator par excellence, keine andere Hedgefonds-Strategie kann eine derart variable Korrelation im Sinne des „Absolut-Return”-Ansatzes bieten: Die positive Korrelation dieser Strategie in guten Aktienjahren wird meistens missachtet und der Kapitalschutz-Charakter in schlechten Aktienjahren unterschätzt. Managed Futures funktionieren wie „Long Straddles” mit Quasi-Gewinn-Garantie in Zeiten hoher Volatilität. Die beiden Professoren Fung und Hsieh haben dies 2001 mit einer synthetischen Trendfolge-Replikationstechnik statistisch untermauern können. Wenn also ein erwarteter Pay-off vorherbestimmt werden kann, sollte es möglich sein, die Asset-Klasse der Managed Futures in der strategischen Vermögensallokation risikoadjustiert zu integrieren.
Eine weitere Eigenschaft von systematischen Ansätzen ist die Tatsache, dass die aktuellen Preise ungeachtet ihrer fundamentalen oder spekulativen Untermauerung die Strategie bestimmen und Annahmen über die Zukunft unzulässig, weil unzuverlässig sind. Es geht lediglich darum, die Marktbewegungen objektiv zu bewerten, insbesondere auch im Kontext eines automatisierten Risikomanagements und aktueller Korrelationen. Auf täglicher Basis wird damit folglich auf die Märkte immer zeitnah reagiert und nicht vorausschauend agiert. Kann ein Anbieter ein über mehrere Jahre in der Praxis erprobtes robustes Programm anbieten, ist es in keiner Weise verwunderlich, dass 2008 ein gutes Umfeld für Trendfolger bot und teilweise recht hohe Gewinne von den Verlierern zu den Managed-Futures-Strategien „umgeschichtet“ werden konnten.
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