Ein Desaster. Auch institutionelle Anleger haben es während der noch anhaltenden Finanzkrise schmerzlichst erfahren. Wo immer man auch investierte, es gab nur Verluste. Gut gehalten haben sich heuer nur Schweizer Immobilienfonds und die in unserem Land noch wenig bekannten Schiffsbeteiligungen. Interessant sind Schiffsbeteiligungen nämlich auch deshalb, weil die Erträge weitgehend unabhängig vom Auf und Ab an den Aktienmärkten fliessen. Mit den grössten Aktienindizes besteht gemäss Berechnungen des deutschen Research-Instituts FondsMedia sogar eine negative Korrelation.
Containerverkehr wächst weiterhin zweistellig
Das gute Abschneiden dieses alternativen Anlageinstrumentes lässt sich leicht erklären. Seit nun mehr 40 Jahren ist die Hochseeschifffahrt eine eigentliche Wachstumsbranche. Sie ist immer rund doppelt so rasch gewachsen wie der Welthandel. Und dies werde auch während der deutlichen Abkühlung der Weltkonjunktur der Fall sein, sind Branchenkenner überzeugt. Selbst wenn also das Weltwirtschaftswachstum auf bescheidene 2,5 bis 4 Prozent absinken sollte, wie die Experten der EU und des Währungsfonds befürchten, wird das auf Schiffen beförderte Handelsvolumen noch deutlich zunehmen. Denn keine andere Industrie profitiert so stark von der Globalisierung wie dieser Wirtschaftszweig. Kaum erstaunlich, werden doch 95 Prozent der weltweit transportierten Güter mit Hochseeschiffen bewältigt.
Ganz vorne dabei in dieser Branche sind auch deutsche Unternehmen. Vor allem in der Finanzierung und im Bereedern von Tankern und von Containerschiffen ist unser nördliches Nachbarland weltweit führend. Und es sind gerade diese Ungetüme, die noch auf Jahre hinaus besonders begehrt sein werden. Neueste Prognosen gehen beim Containerverkehr auch für die Jahre 2008 und 2009 von Zuwachsraten von 10 bis 11 Prozent aus.
Interesse der Schweizer Anleger geweckt
In unserem Land ist die Schiffsbeteiligung als Anlageinstrument sowohl bei institutionellen wie bei privaten Investoren noch weitgehend unbekannt. Wer die Schweizer Mediendatenbanken durchforstet, findet beispielsweise nur gerade vier Artikel zum Thema Schiffsbeteiligungen. Zudem erscheint diese Form der Beteiligung auf den ersten Blick recht kompliziert: Wer einen Anteil an einem Schiffsfonds erwirbt, wird nach deutschem Recht Kommanditist, die Schiffseigner bilden gemeinsam eine Kommanditgesellschaft. Und als Gesellschafter muss man sich im deutschen Handelsregister eintragen lassen. Schweizer müssten also dafür die deutsche Botschaft aufsuchen und einiges an Papierkram erledigen. Inzwischen sind aber die beiden grössten deutschen Emissionshäuser HCI Capital und MPC Capital auch in der Schweiz aktiv.
Die eigentliche Pionierin in unserem Land ist jedoch die Berner Swiss Shipcapital Invest (www.swissship.ch), die für dieses Anlageinstrument eine elegante Lösung gefunden hat: „Wir kümmern uns um den Handelsregistereintrag, erheben die Einkommens- und Vermögenswerte für die Steuererklärung und erledigen die Steuererklärung in Deutschland“, sagt Kurt Schori, Leiter der Berner Finanz-Boutique.
Noch interessanter geworden ist dieses Anlageinstrument seit der Lancierung des weltweit ersten offenen Schiffsfonds, des Swissship One (Valor 2 674 762) im Oktober 2006. Dieser Fonds vereinigt eine Vielzahl von Direktbeteiligungen an Schiffen und ermöglicht so eine breite Diversifikation. Schiffsbeteiligungen sind damit erstmals depotfähig geworden und können jedem Wertschriftendepot beigefügt werden. Seit der Lancierung im Oktober 2006 hat der Swissship One eine gute und stabile Performance erzielt, was bereits mehrere Pensionskassen auf den Geschmack gebracht hat. Beispielsweise die PK des Zuger Raffinerieunternehmens Petroplus. „Dieser Fonds hat sich auch in schwierigen Zeiten als sehr sichere und wertstabile Anlagemöglichkeit erwiesen“, bestätigt Paul Bieri, Berater und früherer Anlageverantwortlicher dieser Pensionskasse.
Im Rendite-Risiko-Vergleich schneidet der Swissship One in der Tat recht ordentlich ab. Seit der Lancierung im Oktober 2006 erreichte er eine Rendite von 7,3 Prozent; dies netto, also nach Abzug der Steuern und aller Gebühren. Und das Schwankungsrisiko betrug bescheidene 1,7 Prozent.
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