Wie reagieren Schweizer institutionelle Investoren, wenn sie sich mit einer Baisse von mindestens 15 Prozent über eine Dauer von sechs Monaten oder mehr an den wichtigsten Finanzmärkten konfrontiert sehen?
Der Grossteil von ihnen, oder genauer ausgedrückt 55 Prozent der Befragten, versucht aktiv taktisch gegenzusteuern – allerdings mit Ergebnissen, die von den Teilnehmern selbst nicht als zufriedenstellend beurteilt werden. Das geht aus dem jüngsten Institutional Survey von Lusenti&Partners hervor, bei dem 155 Schweizer institutionelle Investoren, die zusammen ein Vermögen von 239 Milliarden Schweizer Franken verwalten, befragt wurden.
Das Erstaunliche dabei: Die Teilnehmer sind selbstkritisch und erteilen sich selbst eine durchschnittliche Note von minus 2,0, was einer Bewertung: „Massnahme als nicht sehr günstig“, sprich die taktische Steuerung sei keine günstige Massnahme entspricht.
Eigene Entscheidungen werden kritisch beurteilt
Antworten, die darauf schliessen lassen, dass die Schweizer institutionellen Investoren von den Ergebnissen ihrer taktischen Steuerung in den vergangenen fünf Jahren (2003 bis 2007) nicht sehr überzeugt waren und Mühe bekunden, mit ihren Interventionen einen Mehrwert zu schaffen beziehungsweise ihre Performance zu verbessern.
Gleichwohl scheint kein Weg an der Notwendigkeit der taktischen Steuerung vorbeizuführen, wie die Ergebnisse zeigen.
Denn auf Platz zwei, und zwar mit über 28 Prozent der Antworten, wurde das automatische Rebalancing im Rahmen der taktischen Bandbreiten genannt sowie auf dem dritten Platz die Erhöhung des Anteils der liquiden Mittel (27 Stimmen oder 22 Prozent der Befragten). Jedoch: Nur rund ein Fünftel der Teilnehmer wählt einen passiven Ansatz ohne jegliche taktische Dimension und begnügt sich mit der alleinigen strategischen. Umgekehrt bedeutet dies, dass vier von fünf Teilnehmern, die eine oder andere taktische Steuerung vorziehen.
Interessant zudem: Derivate und strukturierte Produkte werden kaum eingesetzt, auch nicht in Perioden mit heftigen Turbolenzen, wie wir sie im ersten Quartal dieses Jahres gesehen haben. ML
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