Extremrisiken spielen nicht für alle institutionellen Investoren eine entscheidende Rolle. Der Grund: Rund ein Viertel bezieht Extremrisiken bei der Portfolio-Optimierung nicht ins Kalkül mit ein. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „European Investment Practice Survey 2007“ des EDHEC, Risk and Asset Management Research Centre, bei der mehr als 200 europäische Asset Manager, institutionelle Anleger und Geschäftsbanken befragt wurden. Ansonsten werden Extremrisiken laut Analyse am häufigsten (43 Prozent) unter der Normalverteilung berechnet.
Das Problem: Die Erträge von Wertpapieren sind nicht normalverteilt. Zudem liefert eine Value-at-Risk-(VaR)-Rechnung unter der Normalverteilungsannahme keine Informationen, die über den erwarteten Ertrag und die Volatilität des Portfolios hinausgehen, da die Normalverteilung durch diese Parameter vollständig charakterisiert wird.
Abweichungen berücksichtigen
Für die Autoren der Studie ist es daher von grosser Wichtigkeit, Abweichungen von der Normalverteilung bei der VaR-Berechnung zu berücksichtigen. „Unsere Umfrage zeigt allerdings, dass nur eine kleine Minderheit der Antwortenden diese Abweichungen von normalverteilten Portfolio-Erträgen ins Kalkül mit einbezieht“, sagt Felix Goltz, Senior Research Engineer bei EDHEC, und verweist darauf, dass lediglich 17,35 Prozent der Befragten bei der VaR-Berechnung auch höhere Momente, insbesondere durch Approximation, betrachten und gerade 10 Prozent die Ränder der Verteilung explizit mit Hilfe der Extreme Value Theory modellieren. Zudem wird das Conditional Value at Risk (CVaR) erheblich seltener eingesetzt, und zwar nur mit 23,29 Prozent der Antworten, als der klassische Value at Risk. „Man sollte jedoch beachten, dass der CVaR die Risikopräferenz des Anlegers möglicherweise genauer abbildet, da er auch die Verluste berücksichtigt, die über den Value at Risk hinausgehen“, erklärt Goltz.
Die weiteren Ergebnisse: Etwa 13 Prozent gaben an, zur Berechnung von Extremrisiken andere Methoden einzusetzen. Dazu zählen Stresstests (am häufigsten genannt), gefolgt von Szenariomethoden, Analyse von Vergangenheitsdaten, Monte-Carlo-Simulationen und Bootstrapping-VaR-Techniken. ML
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