Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Hedgefonds: Mit Subprime nichts am Hut
Veröffentlicht am:  07. Februar 2008

Haben sich Angela Merkel und Nicolas Sarkozy geirrt? Offenbar waren Hedgefonds an der Subprime-Krise unschuldiger, als die beiden Staatenlenker vergangenen Sommer meinten. Dass Hedgefonds und Subprime-Krise zwei paar Schuhe sind, zeigt die Studie „A French Answer to President Sarkozy“ der französischen Hochschule Edhec. Schon die Volumen, die Hedgefonds in Richtung Kredit-risiko investiert hätten, seien viel zu gering, stellt Noel Amenc, Direktor des Edhec Risk and Asset Management Research Centre, fest. Demnach sind weniger als fünf Prozent der institutionellen Vermögensanlagen in Hedgefonds investiert. Hedgefonds-Strategien mit einem hohen Exposure in Richtung Kreditrisiken wiederum vereinen knapp einmal 20 Prozent aller Hedgefonds-Anlagen auf sich. Andererseits aber wurden 2006 allein in den USA Kreditrisiken mit einem Volumen von 4,6 Billionen Dollar transferiert.

Hier wird gemäss Studie offensichtlich, dass Hedgefonds überhaupt nicht genug Geld hatten, um den Subprime-Volumen als Gegenpartei dienen zu können. Vielmehr sind die Banken massiv eingestiegen.

Entsprechend ging die Subprime-Krise auch an den Hedgefonds vorbei. „Insgesamt wurde die Subprime-Krise von der Hedgefonds-Branche mehrheitlich vorausgesehen“, liess jüngst die SFA verlauten. Nur ganz wenige Vehikel kamen unter die Räder, so Fonds von Bear Stearns und Basis Capital. Dagegen profitierten Fonds von Paulson, Peloton und Harbinger im zwei- und dreistelligen Prozentbereich.

Schweiz hat den Trend verschlafen...

Allerdings, in der Schweiz sind echte Hedgefonds kaum zu finden. Es gibt lediglich Dach-Hedgefonds. Gerade mal vier von weltweit rund 9.500 Single-Hedgefonds sind in der Schweiz domiziliert. Mit zehn Milliarden Dollar sind die onshore verwalteten Gelder gering – weltweit sind es über 1.500 Milliarden Dollar. „Wir haben leider nicht die Randbedingungen geschaffen, um Spezialisten in diesem Bereich in die Schweiz zu locken“, klagt deswegen Jacques Rossier, Teilhaber der Genfer Privatholding von Lombard Odier Darier Hentsch&Cie. Die Schweiz sei „sehr weit davon entfernt, diesen aufstrebenden Sektor der alternativen Vermögensverwaltung für sich reklamieren zu können“. Rossier verlangt attraktive Rahmenbedingungen für die Branche. Denn zunehmend fliessen die Kundengelder in Richtung Alternative Anlagen. Zwischen 20 und 50 Prozent würden die Vermögensverwaltungsbanken schon heute so investieren. Künftig könnten es sogar noch mehr werden. Um den Schweizer Anschluss wiederherzustellen, verlangt Rossier vor allem einfache Registrierungs- und Bewilligungsverfahren für die Produkte und niedrige Steuern für die Manager. Während diese in London, Frankfurt oder New York nur 10 bis 15 Prozent Steuern zahlen müssten, seien es in der Schweiz 50 Prozent.


Abbildung: Optimierungsresultate für unterschiedliche Hedgefonds-Beimischungen; Quelle: Man.

...entdecken Hedgefonds aber langsam

Immerhin haben einige Schweizer Pensionskassen Hedgefonds schon für sich entdeckt. Ein recht hohes Exposure hat die Pensionskasse der Stadt Zürich. Während die Anlagestrategie einen Anteil von 5,0 Prozent vorsieht, waren Ende 2007 rund 6,5 Prozent in Hedgefonds investiert. Schlecht gefahren ist die Kasse damit nicht – die Rendite erreichte per November immerhin 6,5 Prozent, im ersten Halbjahr waren es sogar 8,7 Prozent. „Ein Hauptgrund für das Engagement ist, dass man über Hedgefonds alternative Risikoprämien erzielen kann“, sagt Vera Kupper Staub, die Leiterin des Geschäftsbereichs. Beispielsweise könne man Illiquiditätsprämien abschöpfen und in ganz neue Investment-Bereiche vorstossen. Ferner böten Hedgefonds am ehesten noch die Chance, dank aktivem Management Alpha zu generieren. Die Kasse ist in verschiedene Strategien investiert, beispielsweise Strategien wie Market Neutral, Trading oder Long Short Equity. „Long Short Equity allein ist zu aktienmarktlastig, davon haben wir schon genug“, sagt sie. Einen Ausbau des Hedgefonds-Anteils hält sie für durchaus möglich. AS





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