Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Mehrwert von Hedgefonds
Veröffentlicht am:  07. Februar 2008

Auf der Suche nach hohen, stabilen Renditen mit begrenztem Verlustrisiko haben alternative Asset-Klassen an Attraktivität gewonnen. Der Grund: Sie weisen eine geringe Korrelation zu klassischen Anlagen auf und bieten daher wichtige Diversifikationseffekte.

Mehrwert für das institutionelle Portfolio?

Der vorliegende Beitrag analysiert aus quantitativer Sicht folgende Fragen: Schafft die Beimischung von Hedgefonds Mehrwert für das institutionelle Portfolio? Sind spezielle Stilallokationen geeigneter als standardisierte Fund of Funds? Welchen Einfluss hat die Struktur der Liabilities auf die Hedgefonds-Allokation? Helfen Hedgefonds das Risiko einer Unterdeckung zu vermindern?

Mithilfe der Surplus-Optimierung, welche sich als geeignetes Verfahren zur Untersuchung von Hedgefonds-Allokationen im Rahmen eines Asset Liability Managements (ALM) erwiesen hat, werden vier Fälle von Hedgefonds-Beimischungen betrachtet. Die Zusammenfassung der Optimierungsresultate zeigt, dass in allen vier Fällen die Efficient Frontier oberhalb der ursprünglichen Efficient Frontier liegt, das heisst, Hedgefonds schaffen Mehrwert. Ferner lässt die Beimischung bei gleichem Risiko eine höhere Rendite erwarten.

In einem Asset-Liability-Umfeld können grundsätzlich zwei Anlagekategorien unterschieden werden: Assets, die eine Gleichläufigkeit zu den Liabilities aufweisen, und Assets, die Rendite generieren. Aufgrund obiger Resultate lassen sich Hedgefonds analog zu Aktien letzterer Kategorie zurechnen. Diese Sichtweise wird auch von weiteren Analysen, welche die Robustheit der Ergebnisse für verschiedene Zeiträume und variierende Ausgangsportfolios betrachten, unterstrichen. Des Weiteren bestätigt sich die Tendenz zur Reallokation von Aktien zu Hedgefonds. Insgesamt erweist sich ein gut diversifizierter Dach-Hedgefonds attraktiver und weniger riskant als Aktien.

Hedgefonds-Stilallokation abhängig von der Liability-Struktur

Basierend auf der Risiko-Rendite-Charakteristik des traditionellen Portfolios, rücken bei der Hedgefonds-Allokation unterschiedliche Stile in den Vordergrund. Bei einem aktienlastigen Portfolio spielen Managed Futures eine wichtige Rolle, da sie in schwierigen Marktphasen eine negative Korrelation mit Aktien aufweisen. Werden Liabilities miteinbezogen, nimmt die Bedeutung von Managed Futures weiter zu, da beide von Trends im Zinsmarkt abhängen. Die Allokation zum Stil Relative Value ist im Rahmen des ALM nur für kurzfristige Liabilities in einem defensiven Portfolio von Bedeutung. Equity Hedged und Event Driven sind jene Stile, welche vom jeweiligen Marktumfeld am stärksten beeinflusst werden. Equity Hedged erreicht erwartungsgemäss die maximale Hedgefonds-Allokation für den gesamten Betrachtungszeitraum während der Hausse-Phase. In einer Aktien-Baisse generiert hingegen Event Driven einen positiven Renditebeitrag. Dieses etwas überraschende Ergebnis ist darauf zurückzuführen, dass in der Analyseperiode die Aktien-Baisse mit der Hausse-Phase im Kreditzyklus zusammenfällt. Von dieser Hausse profitieren Distressed Securities, eine Teilstrategie von Event Driven.


Abbildung: Optimierungsresultate für unterschiedliche Hedgefonds-Beimischungen; Quelle: Man.

Risiko einer Unterdeckung reduziert

Das asymmetrische Renditeprofil von Hedgefonds wirkt sich auch auf den Deckungsgrad positiv aus, da Hedgefonds das absolute Risiko managen und damit bemüht sind, Verluste zu meiden. Hedgefonds helfen, das Verlustrisiko von traditionellen Portfolios zu reduzieren, ohne das Gewinnpotenzial zu stark einzuschränken.

Die Beimischung im Rahmen der Portfolio-Optimierung unter Verwendung der Downside-Deviation als Risikomass liefert drei wichtige Erkenntnisse: Mit Hedgefonds lässt sich die Gesamtrendite eines traditionellen Asset-Portfolios stabilisieren. Zweitens dienen Hedgefonds beim ALM als Rendite generierende Anlage. Und drittens zeigt sich, dass der optimale Hedgefonds-Anteil und Stilmix sowohl von der Zusammensetzung des traditionellen Asset-Portfolios als auch von der Liability-Struktur abhängen. Hedgefonds ermöglichen somit, absolute Liabilites mit absoluten Renditen zu decken, und erlauben in diesem Sinne eine Investment-Philosophie, welche in absoluten Renditen definiert ist.



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