Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Klares Bekenntnis

Iwan Deplazes, Leiter Asset Management und Verantwortlicher für die taktische Bewirtschaftung des PK-ZKB-Vermögens

Veröffentlicht am:  07. Februar 2008

Für die Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank (PK der ZKB) ist das Jahr 2008 bereits fest umrissen. Die Agenda der Pensionskasse ist festgelegt und sieht wie folgt aus: Den Anteil der nachhaltigen Anlagen weiter erhöhen, die direkten Immobilienanlagen stärker in die gesamte Vermögensbewirtschaftung miteinbeziehen und „last, but not least“ die stetige Suche nach einer Verbesserung des Rendite-Risiko-Verhältnisses der bewirtschafteten Anlagen.

So richtig nachhaltig

Doch der Reihe nach. „Wir sind der Meinung, dass Nachhaltigkeit kein Verlust an Renditepotenzial bedeutet. Im Gegenteil: Die ZKB hat mit ihrem Nachhaltigkeits-Research und den Portfolio Managern in den vergangenen Jahren bewiesen, innerhalb dieses Anlageuniversums einen Mehrwert gegenüber herkömmlichen Indizes zu generieren“, sagt Iwan Deplazes, Leiter Asset Management bei der Zürcher Kantonalbank und verantwort-lich für die Anlagetaktik der Pensionskasse. Die Ansprüche an die Nachhaltigkeit hat die PK der ZKB zudem dazu bewogen, den Anteil der nachhaltigen Anlagen bis Ende 2008 nochmals auf über 20 Prozent des gesamten Anlagevermögens anzuheben. Umgesetzt wird die Quote mit institutionellen Aktien- und Bond-Anlagefonds, in denen lediglich Titel eingesetzt werden, die den Anforderungen des Nachhaltigkeits-Researchs genügen. Zudem prüft die Pensionskasse derzeit die Unterzeichnung der „United-Nations-Principles-for-Responsible-Investment-Richtlinie“.

Stabiles Betongeld

„Des Weiteren ist geplant, die direkten Immobilienanlagen stärker ins Portfolio miteinzubeziehen“, sagt Deplazes. Die Pensionskasse hält derzeit rund 340 Millionen Franken in direkten Schweizer Immobilien, die losgelöst vom Wertschriften-Portfolio verwaltet werden. Um diese Zweiteilung zu vermeiden, wurde im Verlauf des vergangenen Jahres bereits ein indirektes Immobilienmandat in Höhe von rund 100 Millionen Schweizer Franken aufgebaut. Dieses soll in Zukunft als „Liquiditätskissen“ zwischen direkten Immobilienanlagen und dem Wertschriften-Portfolio dienen. Der Entscheid, dass entgegen der Meinung anderer Kassen nicht gänzlich Abstand von direkten Immobilienanlagen genommen wurde, erklärt Deplazes wie folgt: „Wir sehen indirekte Immobilienanlagen von ihrer Diversifikationscharakteristik als weniger geeignet an als direkte. Indirekte Anlagen korrelieren aufgrund von Kapitalmarkteinflüssen mehr mit Aktien und Obligationen als die direkten Immobilienanlagen“, erklärt er und verweist hierbei auf einen weiteren Punkt in der Agenda: das Bemühen, das Rendite-Risiko-Verhältnis der Anlagen stetig zu verbessern.

Stetiges Bemühen

„Wenn wir Pensionskassen wie die amerikanischen Calpers anschauen, müssten wir die Quote der alternativen Anlagen kontinuierlich erhöhen. Gleichwohl fühlen wir uns mit unserer aktuellen Alternativen-Anlagen-Quote recht komfortabel“, sagt Deplazes hierzu. Die Pensionskasse investiert derzeit laut Strategie sieben Prozent des Vermögens in alternative Anlagen wie Hedgefonds und Private Equity, vier Prozent in Rohstoffe und weitere sechs Prozent in Immobilien Ausland. Damit liege die Quote der Pensionskasse deutlich über dem Durchschnitt anderer PKs.

Jahr Vermögen Performance Deckungsgrad
2003 1.741
7,3%
111,38%
2004
1.863 4,4% 112,35%
2005 2.055 10,9% 116,21%
2006 2.213 6,0% 119,42%
2007
(provisorisch)
2.342 3,0% 118%
Abbildung: Pensionskasse Zürcher Kantonalbank
2003 bis 2007; Daten für Dezember 2007 provisorisch,
Angaben in Milliarden Schweizer Franken; Quelle:
Zürcher Kantonalbank.

Doch mit welchen Anlagen könnte das Rendite-Risiko-Verhältnis denn noch verbessert werden? Etwa mit Anlageklassen wie Infrastruktur, Holz, Wasser, Energie et cetera? „Holz und Wasser sind langfristig betrachtet mit Sicherheit spannende Investitionsmöglichkeiten“, sagt der Leiter Vermögensverwaltung, verweist aber zugleich darauf, dass derartige Umweltthemen in den Nachhaltigkeitsprodukten bereits aktiv miteinbezogen werden und deswegen nicht als separate Anlagekategorie geführt werden müssten. „Das Gleiche gilt für Infrastruktur. Die Frage ist natürlich, wie dieses Anlagethema umgesetzt wird? Über Aktien, Obligationen, Immobilien oder womöglich gleich als eigene Anlagekategorie? In dieser Hinsicht frage ich mich aber, ob es wirklich nötig ist, eine eigene Anlageklasse zu bilden“, erklärt Deplazes und verweist auf einen interessanten Gedankengang.

Risiko entscheidend

Denn letztlich sei es aus der Risiko-Rendite-Perspektive gar nicht so entscheidend, wie viele Aktien, Obligationen oder Hedgefonds im Portfolio gehalten werden, „sondern vielmehr, welche verschiedenen Risiko- respektive Renditefaktoren mit diesen Anlageklassen abgedeckt werden. Also beispielsweise, wie hoch das Zins-, Währungs- oder Sektorrisiko über alle Anlagekategorien hinweg ist”, erklärt er.



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