Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
April/Mai 2009
  • Die Krise wuchert weiter

    Die Krise ist wie ein Krebsgeschwür.

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  • Deutliches Verbesserungspotenzial

    Internationale Unternehmen haben deutliches Verbesserungspotenzial bei der Beherrschung ihrer globalen Pensionsrisiken. Das auf jeden Fall geht aus der aktuellen Studie „Global Pension Risk Survey“ von Hewitt Associates hervor. Die Studie wertete dazu Angaben von insgesamt 171 Unternehmen aus zwölf Ländern aus.

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  • Mehrheitlich unterdeckt

    Der geschätzte durchschnittliche Deckungsgrad der schweizerischen Pensionskassen lag per Ende 2008 bei 94,4 Prozent. Das auf jeden Fall geht aus dem kürzlich veröffentlichten Swisscanto Pensionskassenmonitor hervor. An der Studie teilgenommen haben 265 Versorgungseinrichtungen (VE), wobei 153 davon die zur Berechnung notwendigen Daten wie Deckungsgrad Vorjahr, Asset Allocation und Sollrendite auswiesen. Der aktuelle Deckungsgrad von 94,4 Prozent fiel um 17,6 Prozentpunkte weniger als der durchschnittliche Deckungsgrad aller Vorsorgeeinrichtungen ein Jahr davor. Dessen Wert lag noch bei 112 Prozent. Damit sind laut Studie per Ende 2008 rund 76 Prozent aller VE unterdeckt, während noch ein Jahr zuvor lediglich 10 Prozent der befragten Pensionskassen dies angaben.

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  • Rolf Banz, Pictet, Chief Investment Architect

    In guten wie in schlechten Zeiten

    Was nur wenigen gelingt, Oppenheim hat es geschafft. David Swensen, der CIO des Yale Endowment Funds, folgte der Einladung zur 37. Investmentkonferenz für institutionelle Anleger und hatte auch gleich eine Botschaft mitgebracht: Er würde es genauso wieder machen. Oder auch anders ausgedrückt: Swensen bleibt der langfristig angelegten Asset Allocation des Endowment Funds mit minimalen Abweichungen im Rahmen der Strategie treu. Und das, obwohl die Performance des stets hoch gelobten Yale Fonds im Jahr 2008, aufgrund der durch die Finanzkrise bedingten massiven Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten, sehr gelitten und rund ein Viertel an Wert verloren hat. Im Jahre 2007 erzielte der Fonds noch einen Wertzuwachs von 28 Prozent, ein Jahr davor knapp 23 Prozent.

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  • Vorbezug für Wohneigentum

    Ist ein Vorbezug von Vorsorgegeldern zum Erwerb von Wohneigentum noch möglich, nachdem ein Versicherter invalid geworden ist? Das Bundesgericht hatte den Fall einer Versicherten zu beurteilen, die ab Mai 2002 arbeitsunfähig war. Elf Monate später kaufte sie eine Eigentumswohnung und beanspruchte dafür 48.000 Franken aus der Pensionskasse als Vorbezug im Rahmen der Wohneigentumsförderung (WEF). Wiederum drei Monate später endete ihr Arbeitsverhältnis und die Vorsorgeeinrichtung überwies die verbliebene Austrittsleistung auf ein Freizügigkeitskonto. Noch im gleichen Jahr wurde der Frau rückwirkend eine volle Rente der Invalidenversicherung zugesprochen. Die Pensionskasse gewährte ihr eine Rente von rund 1.000 Franken. Dagegen wehrte sich die Versicherte. Sie argumentierte, sowohl der WEF-Vorbezug als auch die Austrittsleistung seien widerrechtlich erfolgt, und verlangte eine Rente von gut 1.700 Franken.

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  • Zu viele Baustellen vor einer finanziell unsicheren Zukunft

    Wir kommen aus vielen Jahren Hochkonjunktur und Vollbeschäftigung. Eigentlich müssten nun unsere Sozialversicherungen ausfinanziert sein und sogar einige Reserven angelegt haben.

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  • Langfristige Sicherheit der zweiten Säule muss gewährleistet bleiben!

    Die Finanzkrise wirkt sich auf die finanzielle Lage der Vorsorgeeinrichtungen (VE) aus. Eine erste Momentaufnahme des Schweizerischen Pensionskassenverbandes Asip bezüglich der finanziellen Situation der VE hat ergeben (vergleiche dazu auch www.asip.ch), dass auf der Grundlage der Daten von 362 VE mit einem Vermögen von rund 318 Milliarden Schweizer Franken der durchschnittliche Deckungsgrad per 31.12.2008 96,5 Prozent beträgt. 60 Prozent der erfassten Einrichtungen befinden sich in Unterdeckung. In der aktuellen Diskussion dürfen daher wichtige Massnahmen und Reformen zur langfristigen Sicherung der beruflichen Vorsorge nicht Opfer ideologischer Auseinandersetzungen werden.

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  • Brief aus Bern

    Performance-Vergleiche von Vorsorgeeinrichtungen für 2008 führen tief ins Jammertal. Ein im Auftrag des Schweizerischen Pensionskassenverbandes Asip von der Beratungsfirma Watson Wyatt durchgeführter Check zeigt eine Median-Performance von minus 15 Prozent. Es handelt sich dabei um per 31.12.2008 effektiv erhobene Daten und keine Schätzungen. Die Bandbreite der Ergebnisse liegt zwischen -8,6 und -27,1 Prozent für 90 Prozent der befragten Kassen.

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  • Jürg Roth

    Back to Basics

    Die Finanzkrise hat auch Spuren bei den Anlageprodukten hinterlassen. Hochkomplexe Produkte mit Derivate-Struktur sind out, einfache und transparente Produkte hingegen in. Das spürt man auch bei der Credit Suisse. Dementsprechend will man reagieren. Denn: Natürlich ist der Kunde König.

    Fragen: Michael Lennert

    Antworten: Jürg Roth und Martin Gut, Managing Directors und Co-Heads Institutional Clients, Credit Suisse

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  • Der marktnahe Zins im Kreuzfeuer der Kritik

    Seit Herbst ist unter Pensionskassen-Experten eine engagierte Debatte im Gange, bei der Fragen diskutiert werden wie: Zu welchem Zins sollen Rentenvermögen bewertet werden, zum marktnahen oder zum langfristigen, hohen Zins? Die Auseinandersetzung rüttelt an den Grundfesten der zweiten Säule.

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  • Dr. Stefan Hepp

    Investoren in der Klemme

    Institutionelle Investoren erleben derzeit stürmische Zeiten: Die Märkte eingebrochen, die Stimmung schlecht und viele neue Probleme. So hat 2008 das Prinzip der Diversifikation nicht funktioniert, liquide Anlagen wurden plötzlich zu illiquiden Anlagen et cetera. Doch welchen Rat soll man Investoren geben? Ein Erklärungsversuch.

    Fragen: Michael Lennert

    Antworten: Dr. Stefan Hepp, Gründer & CEO von Strategic Capital Management (SCM)

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  • Pensionskassen-Verantwortliche an die Kandare

    Seit anfangs 2009 sind die Mitglieder des Asip auf eine Charta zu Good Governance verpflichtet. Damit werden Standards fixiert, welche der Gesetzgeber mit der BVG-Strukturreform bald verbindlich festschreiben wird. Eine taktische Massnahme der Pensionskassen, um gesetzliche Regulierung nicht überborden zu lassen.

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  • Kurt Weigelt, Direktor der IHK Sankt Gallen-Appenzell

    Ein Warnruf zum „unsozialen Sozialstaat“

    Rund eine halbe Million Menschen sind in der Schweiz ohne Arbeit und leben vor allem von staatlichen Sozialleistungen. Laut Kurt Weigelt, Direktor IHK Sankt Gallen-Appenzell, finanziert sich der Sozialstaat Schweiz mit der Kreditkarte der nächsten Generationen. Er fordert ein sozialpolitisches Drei-Säulen-Konzept.

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  • Hans Gidhagen, Svenskt Näringsliv

    Man bleibt unter sich

    Staat, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Versicherer: Das schwedische Pensionssystem wirkt wie ein unentwirrbares Knäuel, das die verschiedenen Interessengruppen einvernehmlich gestrickt haben. Doch nun werden die

    aggressiven Anlagestrategien und das Fehlverhalten von Managern zur Nagelprobe.

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  • Christer Elmehagen

    „Dann kann Versicherungs-Schweden zumachen“

    Das schwedische System der Altersvorsorge und der BV ist so stabil, dass ihm trotz der in Schweden üblichen aggressiven Anlagestrategien die derzeitige Krise wenig anhaben kann, glaubt ein langjähriger, just ausgeschiedener CEO, der das System von innen kennt.

    Fragen: Reiner Gatermann

    Antworten: Christer Elmehagen, bis Dezember 2008 zehn Jahre lang Vorstandsvorsitzender des schwedischen Versicherungsunternehmens AMF

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  • Christoph Oeschger, Geschäftsführer, Avadis Vorsorge AG und ABB Pensionskasse

    Abseits des Alltags

    Auch die Pensionskasse der ABB war im Jahr 2008 nicht auf Rosen gebettet. Der Deckungsgrad sank bis Ende des Jahres auf 97 Prozent, die Jahres-Performance auf die Vermögensanlagen betrug minus 8,3 Prozent. „Es war in jeder Hinsicht ein dramatisches Jahr“, erklärt Christoph Oeschger, Geschäftsführer der Avadis Vorsorge AG und Steuermann der ABB Pensionskasse. Es ist nicht nur, dass die Aktienmärkte eine sehr schlechte Entwicklung zeigten. Was Oeschger wirklich beunruhigt: Offenbar hat das Konzept der Diversifikation versagt. „Wir sind immer noch in einer Phase, in der wir versuchen zu verstehen, was geschehen ist“, resümiert er. Und es geht darum herauszufinden, ob 2008 in dieser Hinsicht ein Ausnahmejahr war oder ob man möglicherweise ein Opfer von gewissen grundlegenden Irrtümern geworden ist.

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