Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Februar/März 2009
  • Yes, we have to!

    „Unsere Möglichkeiten bleiben unverringert. Doch unsere Zeit der Untätigkeit, die Zeit, unangenehme Entscheidungen wegzuschieben – diese Zeit ist vorbei. Von heute an müssen wir uns aufrichten, den Staub abschütteln und beginnen, Amerika zu erneuern. Es gibt viel zu tun – überall, wo wir hinsehen“, sagte Barack Obama bei seiner Antrittsrede zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten.

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  • Neue Modelle und Methoden gefragt

    Nichts geht mehr. Während der nun schon seit mehr als anderthalb Jahren andauernden Finanzkrise haben nicht nur die meisten Anleger, sondern auch viele Finanzmarktgurus zuerst das Geld und dann noch die Nerven verloren. Selbst hochdekorierte Ökonomen und Finanzmarkttheoretiker wie die Nobelpreisträger Robert Solow, Michael Spence und George A. Akerlof geben sich bei öffentlichen Auftritten eher kleinlaut. Auch sie mussten eingestehen, selber Opfer der Finanzkrise geworden zu sein und Geld verloren zu haben. „Das Standardmodell der Finanzmarkttheorie der vergangenen 20 bis 30 Jahre hat in der aktuellen Krise komplett versagt“, waren sie sich auf einer Tagung des Fondsunternehmens Pioneer Investments einig. „Wenn sämtliche Anlageklassen miteinander korrelieren und der Airbag Diversifikation nicht mehr auslöst, wenn es an den Märkten kracht, brauchen wir ein neues Modell“, stellt Spence fest. Auch Akerlof hält die klassische Risikostreuung nach Markowitz für überholt. Wenn alle Marktakteure das gleiche Modell benutzen und dann gleichzeitig aus den Märkten flüchten, kann das System nicht funktionieren. Die Irrationalität des Menschen müsse künftig weit stärker beachtet werden, ist er überzeugt. Doch nicht nur theoretisch gut fundierte Anlagemethoden, sondern auch jahrzehntelang bewährte Modelle von Praktikern wie das Dividendenmodell oder eine ganze Reihe von Value-basierten Modellen funktionierten im letzten Jahr unvermittelt nicht mehr.

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  • Exfrau hat „Versorgerschaden“

    Hat die geschiedene Ehefrau einen Anspruch auf den sogenannten Versorgerschaden? G. und L. liessen sich nach 24-jähriger Ehe scheiden. Im Scheidungsurteil verpflichtete sich L., seiner Ex-Frau eine lebenslängliche, indexierte Rente von 1.200 Franken pro Monat zu bezahlen. In der Folge überwies er monatlich 1.400 Franken. Ab November 2002 bezog L. von der Versicherungskasse für das Staatspersonal des Kantons Sankt Gallen eine überobligatorische Altersrente. G. erhält seit Juli 2004 eine AHV-Altersrente. Einen Monat später verstarb L., worauf G. bei der Versicherungskasse eine Hinterlassenenrente beantragte. Der Rentenanspruch wurde bejaht und G. eine monatliche Rente von 787 Franken gemäss BVG-Obligatorium zugestanden.

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  • Der richtigen Strategie hinterher

    Im Jahr 2008 konnten weder mit Aktien noch mit Private Equity positive Renditen erwirtschaftet werden. Allen Ansprüchen zuwider konnten sich auch Hedgefonds, welche fehlende Effizienz an den Märkten auszunutzen versuchen, nicht der Krise entziehen. Sie wurden unter anderem mal wieder als die wahren Verursacher der Krise gebrandmarkt.

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  • Auf zu neuen Ufern

    Privatpersonen oder kleinere und mittlere Firmen (KMU), welche nicht kapitalmarktfähig sind (das heisst, sie können für einen „fairen“ Zinssatz am Kapitalmarkt Obligationen emittieren), sind auf Banken angewiesen. Diese haben eine volkswirtschaftlich wichtige Rolle, indem sie die Risiken einschätzen, wofür sie mit einer entsprechenden Zinsdifferenz zur Refinanzierung entschädigt werden. Weitere wichtige Dienstleistungen sind die Wertaufbewahrung und der Zahlungsverkehr.

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  • Brief aus Bern

    Der Bundesrat verlangt, dass die öffentlichen Pensionskassen ihre Unterdeckung korrigieren. Dafür lässt man den Vorsorgeeinrichtungen jedoch 40 Jahre Zeit. Viele Kassen der öffentlichen Hand sind schon seit Jahren massiv unterdeckt. So war etwa das Vorsorgewerk der Stadt Lausanne Ende November 2008 nur noch zu 39,2 Prozent seiner Verpflichtungen abgesichert, der Pensionskassa der SBB fehlen Milliarden – im miserablen Anlagejahr 2008 sind die Löcher allseits noch grösser geworden.

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  • Alfred Gantner

    Das Glas ist auf jeden Fall halbvoll

    Die Philosophie der Partners Group ist einfach: Erkenne das Potenzial des halbvollen Glases und beklage dich nicht über das halbleere. Oder anders ausgedrückt: Natürlich muss man derzeit als Investor mit Wertverlusten rechnen. Gleichwohl kann man von dem derzeitigen Ausverkaufstreiben auch enorm profitieren.

    Fragen: Michael Lennert

    Antworten: Alfred Gantner, Partners Group, CEO

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  • Quadratisch, praktisch, gut

    Die Nachfrage nach Wohnobjekten übersteigt das Angebot. Der Wegfall von fremdfinanzierten Käufern

    lindert die Situation kaum. Dank einer konservativen Bewertungspraxis schlummern in Schweizer Immobilien Milliarden stiller Reserven.

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  • Thomas Held

    „Das Gesetz ist faktisch ausser Kraft gesetzt“

    Die zweite Säule steht vor einer historischen Zäsur. Die Finanzkrise hat die Risikofähigkeit der Kassen

    dramatisch gesenkt. Gleichzeitig führt der demografische Knick um 2012 zu einer Weitung der Renten. Eine Krisenanpassung der gesetzlichen Grundlagen ist überfällig, sagt der Chef von Avenir Suisse.

    Fragen: Andreas Valda

    Antworten: Thomas Held, Geschäftsführer der Denkfabrik Avenir Suisse

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  • Geld allein macht auch nicht glücklich

    Es gebe keine sytematischen Renditeunterschiede von nachhaltigen gegenüber konventionellen Anlagen. So lautet ein Ergebnis der aktuellen Studie „Nachhaltige Anlagen in Krisenzeiten”. Doch nicht nur das. Nachhaltige Investoren scheinen auch loyaler und krisenresistenter als konventionelle Investoren zu sein.

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  • Robert Cox Merton

    Nichts gegen Derivate!

    In Europa, dem Kontinent der Sicherheitsnetze, muss sich Robert Cox Merton fehl am Platze vorkommen:

    Der Nobelpreisträger will von Sicherheit nichts wissen, nur davon, ob es den Menschen besser geht als vorher. Warum das in der Krise die richtige Einstellung ist, diskutiert er exklusiv mit spn.

    Fragen: Maik Rodewald

    Antworten: Robert Cox Merton, John and Natty McArthur

    University Professor, Harvard Business School

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  • Arbeiten bis über 70?

    Wie in allen Industrienationen wächst auch in der Schweiz der Anteil älterer Menschen, weil ihre Lebenserwartung steigt. Gleichzeitig nimmt der Anteil der Jungen an der Bevölkerung ab. 1948 wurden Männer durchschnittlich 66,4 Jahre und Frauen 71 Jahre alt. Aktuell liegt die Lebenserwartung bei 80 und 85 Jahren. Für 2050 prognostizieren die Statistiker nochmals fünf Jahre mehr.

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  • Martin Pöhland, Leiter Finanzbuchhaltung Stadt Winterthur und Vertreter des Finanzamtes in der Anlagekommission

    Ernüchternde Bilanz

    Das schlechte Börsenjahr 2008 hinterlässt nicht nur in der Rechnung der Pensionskasse Winterthur tiefrote Spuren, sondern wird auch zu strategischen Entscheiden und Weichenstellungen für die Zukunft führen. Zu einschneidend waren für Martin Duttweiler, Leiter der Pensionskasse, und Martin Pöhland, Leiter Finanzbuchhaltung der Stadt Winterthur und Vertreter des Finanzamtes im Anlageausschuss, die Erlebnisse der vergangenen Monate. „Wir mussten feststellen, dass unsere stark diversifizierte sogenannte Allwetter-Strategie für diese Krise nicht geeignet war“, fasst Pöhland zusammen. Er ist enttäuscht von den Versprechen vieler Fachleute, die die Suche nach nicht korrelierten Anlagen als Krisenschutz priesen. Doch in der jüngsten Krise habe alles korreliert. „Die 97,5-prozentige Wahrscheinlichkeit unserer Prognosen wurde nach unten verlassen“, stellt Pöhland fest.

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