Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Oktober/November 2008
  • Michael Lennert, Redaktor

    Der Preis des Risikos

    „Das Restrisiko ist das Risiko, das einem den Rest gibt“, formulierte der belgische Politiker Pierre Chevalier treffend.

    Ob sich die Käufer und Anbieter von strukturierten Produkten über die Restrisiken dieser Produkte Gedanken gemacht haben, kann man freilich getrost anzweifeln.

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  • Nebenwerte auf Überholspur

    SMI und SPI liefern derzeit den Stoff, aus dem die Alpträume der Anleger sind. Ganz anders sieht es bei den sogenannten Nebenwerten aus. Deren Referenzindizes sind nicht nur weit höher geklettert als die grossen Brüder, sie zeigen auch weniger Abwärtsdrang. Beispielsweise hat der von der Börse Bern errechnete Börsenindex für Regionalwerte BIRW den SPI seit Mitte 2007 deutlich abgehängt (vergleiche auch Abbildung).

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  • Finanzkrise frisst Deckung weg

    Zunehmend bröckelt den Schweizer Pensionskassen der Deckungsgrad weg. Vor allem öffentlich-rechtliche Kassen weisen mangelnde Portfoliobestände aus – die Ausfinanzierung binnen 40 Jahren wird vor diesem Hintergrund eine zusätzliche Herausforderung. Doch möglicherweise ist der Stresstest noch gar nicht zu Ende.

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  • Sucht darf verschwiegen werden

    Als der 58-jährige P. im Januar 2000 einer neuen Pensionskasse beitrat, verneinte er die schriftliche Frage, ob in den letzten fünf Jahren Krankheiten bestanden hätten. Dies trotz schwerer Alkoholprobleme. Schon 1992 bestand der Verdacht auf eine Leberzirrhose. Ende 2000 wurde P. wegen eines schweren Leberschadens arbeitsunfähig. Die Pensionskasse verweigerte ihm in der Folge wegen Verletzung der Anzeigepflicht die überobligatorische IV-Rente und gewährte ihm nur eine IV-Rente von gut 11.000 Franken pro Jahr. P. rekurrierte bis vor Bundesgericht. Dort wurde seine Beschwerde gutgeheissen und ihm eine Rente von rund 16.500 Franken zugesprochen.

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  • Joseph W. Steiger, Stv. Bereichsleiter, Eidgenössisches Departement des Inneren (EDI), Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV)

    Joseph W. Steiger: Neu justiert

    Die Anlagevorschriften in der beruflichen Vorsorge wurden bereits in der Vergangenheit regelmässig überarbeitet, um sie den Veränderungen der Finanzmärkte anzupassen. Die Revisionen im April 1996 und März 2000 regelten beispielsweise die derivativen Finanzinstrumente, die kollektiven Anlagen, die Bestimmungen zu Sorgfaltspflicht, Sicherheit und Risikoverteilung sowie die Erweiterungsmöglichkeiten. Mit der Möglichkeit, die Anlagevorschriften zu erweitern, wurde den Vorsorgeeinrichtungen eine weitgehende Flexibilität zugestanden, sofern sie in einem schlüssigen Bericht die Einhaltung von Sorgfalt, Sicherheit und Risikofähigkeit darlegten. Die Grundsätze des Vorsichtsprinzips waren damit bereits in den aktuellen Anlagevorschriften verankert und ermöglichten es den Vorsorgeeinrichtungen, auch innovative Investitionen zu tätigen, sofern gewisse Regeln eingehalten wurden.

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  • Dr. phil. Manuel Bachmann, MBA HSG, Autor des Management-Magazins www.absolutum.ch und Dozent an der Universität Luzern

    Dr. phil. Manuel Bachmann: Gefahr von Fehldeutungen

    Im Finanzsektor sind Informationen die eigentlichen Steuergrössen des Geschäfts. Blicken wir auf die Krise im amerikanischen Investment Banking, so sehen wir, dass die vorhandenen Informationen zu kolossalen Fehleinschätzungen geführt haben. Wie war das möglich? Wir verstehen Informationen so lange nicht, wie wir nicht gelernt haben, sie zu deuten.

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  • Brief aus Bern

    Der Ständerat hat in der Herbstsession neue Strukturen für die berufliche Vorsorge beschlossen. Nun liegt der Ball beim Nationalrat. Darum geht’s: Aufgaben und Haftung der verschiedenen Akteure der zweiten Säule werden voneinander abgegrenzt und die Aufsicht neu strukturiert. Einerseits soll die direkte Aufsicht gestärkt werden, andererseits will man die indirekte Aufsicht einer neuen eidgenössischen Oberaufsichtskommission übertragen, die weisungsungebunden arbeitet. Revisionsstellen sollen sich auch in Zukunft nicht ins operative Geschäft der Pensionskassen einmischen dürfen. Wer kontrolliert, darf also nicht auch noch die Weichen stellen. Die verabschiedete Vorlage verzichtet auf radikale Offenlegungsvorschriften für Pensionskassenverantwortliche und überlässt es dem Bundesrat, hier nach dem Rechten zu schauen. Klar ist, dass sogenanntes „Parallel-Running“ ebenso wenig toleriert wird wie Retrozessionen für den Vertreiber eines Anlageprodukts.

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  • Dr. Zeno Staub

    Die Multi-Boutique

    Den Spagat als Multi-Boutique-Anbieter zu schaffen, und zwar mit drei regional und drei global ausgerichteten Produktlinien. Das ist derzeit eine der grössten Herausforderungen im Hause Vontobel. Doch auch bei Vontobel bestimmt derzeit ein Thema vieles: die Finanzkrise. Ein Erklärungsversuch.

    Fragen: Michael Lennert
    Antworten: Dr. Zeno Staub, Leiter Asset Management, Vontobel

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  • Werner Koradi, Pensionskassenexperte, Hewitt Associates

    Kommt nun das Gespenst der Inflation?

    Die Finanzkrise hat das Bild an den Finanzmärkten dramatisch verändert. Zeitgleich pumpen die Notenbanken Milliarden an billigem Geld in die Märkte. Ein mögliches Szenario: Es kommt zu einem Inflationsschub. Doch wie rüsten sich Schweizer Pensionskassen da? Eine Momentaufnahme.

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  • Werner Hertzog

    „Deflation wäre schlimmer“

    Inflation muss sich nicht immer zum Schreckgespenst entwickeln. Insbesondere dann nicht, wenn man sich als Pensionskasse auf der Passivseite richtig positioniert hat, sprich keine Teuerungszulagen verspricht. Auf der Aktivseite ist der beste Schutz gegen Inflation ein breit diversifiziertes Portfolio – jedenfalls bei der Publica.

    Fragen: Michael Lennert
    Antworten: Werner Hertzog, Direktor, Pensionskasse des Bundes Publica

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  • Dominique Ammann

    Haben Risikomodelle versagt?

    Die Verwerfungen an den Weltbörsen haben tiefe Spuren in den Büchern der Pensionskassen hinterlassen. Wurden sie bei der Einschätzung von Anlagerisiken falsch beraten? Dominique Ammann nimmt Stellung und erklärt, unter welchen Voraussetzungen Risikomodelle an der Realität scheitern.

    Fragen: Andreas Valda
    Antworten: Dominique Ammann, Partner von PPCmetrics

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  • „Der Kunde soll ein Kostendach verlangen”

    Der Markt für Pensionskassen-Software in der Schweiz ist sehr fragmentiert. Die Intransparenz unter den Anbieterleistungen und hohe Umstellungskosten hindern Pensionskassen, eine effiziente Lösung zu finden.
    Doch es gibt welche.

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  • Zwischen Wunsch und Realität

    Seit einem Jahr fällt der Schweizer Pensionskassenindex. Die Struktur der Vermögensanlagen wurde jedoch nur sachte angepasst. Um ihre Verpflichtungen künftig zu decken, kalkulieren die meisten Pensionskassen mit einer Rendite zwischen 3,5 und 5 Prozent. Diese Rechnung wird für viele Kassen nicht aufgehen.

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  • Sicherheit ist Trumpf

    Auch in volatilen Börsenzeiten – bis zur Zuger Pensionskasse scheinen die Verwerfungen der Aktienmärkte nicht durchzudringen. In den Räumlichkeiten an der Zuger Bahnhofstrasse geht es gemessen und wohlüberlegt zu. Die Börsenbaisse lockt Geschäftsführer Rudolf Zeller und seinen Portfolio Manager Ruedi Fenk nicht aus der Reserve. „Wir verkaufen nicht in fallende Märkte“, meinen die beiden einhellig. Mit einem zuletzt ausgewiesenen Deckungsgrad von 108,9 Prozent und der Staatsgarantie im Rücken darf man auf eine gewisse Verlusttoleranz schliessen. Allerdings ist man grundsätzlich ja auch weniger unter Druck als privatrechtliche Kassen, die einen Deckungsgrad von über 100 Prozent vorweisen müssen.

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