Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Mai/Juni 2008
  • Einfluss hin, Einfluss her

    Aktiv Einfluss ausüben lohne sich nicht, die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Intervention sei einfach zu klein. So lautet das Resultat einer Studie des Zentrums für nachhaltige Unternehmens- und Wirtschaftspolitik an der Universität Zürich aus dem Jahr 2006, die die Wirksamkeit der Wahrnehmung von Aktionärsrechten untersuchte. Begründet wurde dies vor allem mit der Notwendigkeit und den zu hohen Kosten von Koalitionen zur Ausübung der Stimmrechte. Denn Koalitionen seien deshalb nötig, weil auch Pensionskassen diversifizieren und deswegen nur sehr kleine Anteile von einzelnen Unternehmen halten. Kurzum: Nur Nichtstun sei logisch.

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  • Andres Haueter, Pensionskasse Post, Leiter Vermögensverwaltung

    Infrastruktur: Erst mal Erfahrungen sammeln

    Für Schweizer Pensionskassen ist das Thema Infrastruktur noch ganz neu. In Gesamteuropa haben lediglich britische Pensionskassen ein messbares Exposure, wie eine Umfrage von Mercer Investment Consulting zeigt. Doch die Schweizer Investoren wollen nicht mehr lange an der Seitenlinie bleiben. „Man redet sehr viel darüber“, stellt Serge-Alexandre Lauper von SCM Capital Management fest. Auch Complementa Investment-Controlling berichtet von zunehmendem Interesse am Thema Infrastruktur.

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  • Richtig extremes Risiko

    Extremrisiken spielen nicht für alle institutionellen Investoren eine entscheidende Rolle. Der Grund: Rund ein Viertel bezieht Extremrisiken bei der Portfolio-Optimierung nicht ins Kalkül mit ein. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „European Investment Practice Survey 2007“ des EDHEC, Risk and Asset Management Research Centre, bei der mehr als 200 europäische Asset Manager, institutionelle Anleger und Geschäftsbanken befragt wurden. Ansonsten werden Extremrisiken laut Analyse am häufigsten (43 Prozent) unter der Normalverteilung berechnet.

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  • Scheidungsurteil korrigiert

    In seinem Scheidungsurteil vom 15. Dezember 2005 hat das erstinstanzliche Gericht die hälftige Teilung der vom Ehemann D. während der Ehe erworbenen Austrittsleistung angeordnet. Das Gericht ging dabei nach seinen Abklärungen davon aus, dass die Ehefrau L. keine Beiträge an eine Institution der beruflichen Vorsorge einbezahlt hatte. In der Folge forderte das kantonale Sozialversicherungsgericht in seinem Urteil vom 4. Juli 2006 die Pensionskasse des Ex-Mannes auf, den Betrag von 79.177,20 Schweizer Franken zugunsten der Ehefrau L. an die Freizügigkeitsstiftung der Bank X. zu übertragen.

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  • David Saaty, GI Global Invest, Zürich

    David Saaty: Core Satellite: je länger, je besser

    Bis Ende der 80er Jahre fokussierte eine sicherheitsbetonte Anlagepolitik in der Schweiz auf Bundesobligationen, einzelne Blue-Chip-Papiere und allenfalls solide Schweizer Immobilien. In Hochzinszeiten waren ausserdem solide Geldmarktanlagen populär. Die Überzeugung der Modernen Portfoliotheorie, wonach sich durch eine noch breitere Diversifikation unter Inkaufnahme eines leicht höheren Risikos eine signifikant höhere Portfoliorendite erzielen liess, setzte sich erst in den 90er Jahren auf breiterer Front durch.

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  • Daniel Pfister, Independent Credit View AG, Zürich

    Daniel Pfister: Ratings im Stresstest

    Gewaltige Verluste auf hypothekarisch gesicherten Produkten bringen zahlreiche Finanzinstitute in eine bedrohliche Situation. Risiken, die sich bei den Banken insbesondere durch die gefährlichen Kreditkonstrukte abgezeichnet haben, fanden jedoch keinen Niederschlag in den Bonitätsnoten der Rating-Agenturen. In unserem erstmals im August 2007 durchgeführten Stresstest über die Bonitätsstärke von Banken und Brokern haben wir festgestellt, dass die Rating-Agenturen in der Einstufung der von uns untersuchten Institute praktisch keine Rating-Unterschiede machen.

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  • Brief aus Bern

    Die Invalidenversicherung IV hat im vergangenen Jahr vier Prozent weniger Neurenten zugesprochen als im Vorjahr. Total waren es 18.800 Neurenten. Zum Vergleich: 2003 lag diese Quote noch bei 28.200. Damit hat sich bei der IV der Trend der letzten Jahre fortgesetzt, ist aber schwächer geworden. Das lässt darauf schliessen, dass die 4. IV-Revision ihre Wirkung nun voll entfaltet hat. Gleichzeitig gibt es erste Anzeichen, dass nun die 5. IV-Revision greift. Allein im ersten Monat seit Inkrafttreten waren bereits 200 Meldungen für die Früherfassung zu verzeichnen. Ein grosser Teil stammt von den Versicherten selber.

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  • Nachhaltig themenstark

    Langfristig der Nachhaltigkeit verpflichtet. So lautet ein Motto von Sarasin. An dieses Motto wird geglaubt, mit diesem Motto will man wachsen – weit über die Grenzen der Schweiz hinaus. Doch nicht nur das. Wenn man die Langfristigkeit als Ziel hat, meistert man auch Krisen jeglicher Art – wie die letzten 167 Jahre zeigen.

    Fragen: Michael Lennert

    Antworten: Eric G. Sarasin, Mitglied der Geschäftsleitung,CEO Private&Institutional Clients, Bank Sarasin und Aris Prepoudis, Managing Director, Head Institutional Clients, Bank Sarasin

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  • 85 Franken für ein Unternehmen sind nicht viel

    Die Ausübung von Stimmrechten interpretieren die meisten Pensionskassen passiv. Aus finanziellen Gründen, heisst es. Dabei steht eine Reihe guter Aktionärsdienste zur Verfügung, die bezahlbar sind.

    Eine neue Studie beweist zudem: Die Wahrnehmung der Stimmrechte ist wirksam.

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  • Dominique Biedermann, Leiter Stiftung Ethos, Genf

    „Hohe Kosten sind eine Ausrede“

    Seit zehn Jahren leitet Dominique Biedermann die Stiftung Ethos. Im Interview erklärt er, warum er kein Aktivist ist, warum er keine Stimmen kauft und wie er bei der UBS mit einem Prozent der Aktienstimmen 45 Prozent Stimmen hinter sich brachte.

    Fragen: Andreas Valda

    Antworten: Dominique Biedermann, Leiter Stiftung Ethos, Genf

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  • Kapitalmarkt-Blasen meiden

    Passive Anlagestrategien, die grösstenteils auf Indizes basieren, die Aktien nach ihrer Marktkapitalisierung gewichten, können einen grossen Nachteil haben: Sie tragen zur Bildung von Kapitalmarkt-Blasen bei und liefern Anleger in fallenden Märkten erhöhtem Verlustpotenzial aus. Eine risikobasierte Indexierung kann diese Gefahr deutlich senken.

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  • Reinhard Müller, GAM Anlagefonds AG

    Preiskalkulation bei Hedgefonds – eine Herausforderung

    Die Frage nach der „richtigen” Preiskalkulation bei Hedgefonds ist kein leichtes Unterfangen, da es je nach Kalkulationsmodell zu divergierenden Ergebnissen kommen kann. Gleichwohl ist sie entscheidend, denn die Strategien und die unterliegenden Bewertungsmodelle müssen vom Investor grundlegend verstanden werden.

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  • Meinrad Pittet, Pensionskassen-Experte und Gründer von Pittet Associés, Genf

    Gut, solange die Inflation tief bleibt

    Die Idee des Bundesrates zur Ausfinanzierung von öffentlich-rechtlichen Pensionskassen basiert auf einem Schönwetter-Modell, sagt der renommierte Genfer Aktuar Meinrad Pittet. Er begrüsst aber die erhöhten Anforderungen zur Führung öffentlich-rechtlicher Pensionskassen.

    Fragen: Andreas Valda

    Antworten: Meinrad Pittet, Pensionskassen-Experte und Gründer von Pittet Associés, Genf

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  • Valerio Schmitz-Esser, Portfolio Manager Quantitative Portfolios, Credit Suisse

    Schöne neue Welt?

    Weiter, höher, schneller – diesem Motto frönen etliche Produktinnovationen. Bei Enhanced-Indexing-Produkten könnte man auch sagen: Ein bisschen was geht immer. Ein Umstand, der hier jedoch gerne vergessen wird, sind die Gesetze der Schwerkraft. Die lassen sich ungern aushebeln, denn: Wer höher steigt, kann auch tiefer fallen.

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  • Dominique Ammann, PPCmetrics, Partner

    Strukturierte Vorsorgeprodukte im Stresstest

    Im Anlagemix der Pensionskassen wächst der Anteil an strukturierten Produkten. Vermehrte Transparenz und Liquidität könnten die Akzeptanz noch erhöhen, denn viele strukturierte Produkte sind Black Boxes. Gleichwohl, die aktuellen Verwerfungen an den Finanzmärkten bergen wohl noch negative Überraschungen.

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  • Dr. Michael Dober, Pensionskasse Coop, Vorsitzender der Geschäftsleitung

    Mit Hang zum Alternativen

    Den turbulenten Aktienmärkten versagt Dr. Michael Dober seine Aufmerksamkeit derzeit nicht. „Wir können uns Zukäufe vorstellen, wenn der Kursverfall den Wert unseres Aktienportfolios zwei oder drei Prozent unter die Zielquote drückt“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Pensionskasse (PK) der Coop-Gruppe. Möglicherweise wird das gar nicht mehr so lange dauern, denn Ende 2007 hatte die PK Coop eine Aktienquote von 26,4 Prozent. Zum Gesprächszeitpunkt Mitte März waren es schon leicht weniger als die 25 Prozent, die als strategische Zielquote gelten. „Natürlich habe ich keine Freude an den Kursentwicklungen, aber wir sind ein langfristiger Investor“, stellt Dober fest. Und ein Abbau der Aktienquote wäre zum jetzigen Zeitpunkt ungeschickt. Allerdings glaubt er nicht mehr daran, dass 2008 ein sehr gutes Jahr wird.

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