Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
Herbst 2006
  • Die Vorbildfunktion pflegen!

    Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

    herzlich willkommen zur ersten Ausgabe der Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten. Sicherlich, es ist ein Zufall, dass die Startausgabe dieser Publikation der Financial-Times-Gruppe ausgerechnet in Zeiten nationaler Aufruhr um die Pensionskassenlandschaft erscheint. Kein Zufall ist, dass wir diese Ausgabe der Pension Fund Governance widmen – einem Thema, das lange vernachlässigt wurde. Und das selbst in der Schweiz, dem vermutlich professionellsten und etabliertesten beruflichen Vorsorgemarkt aller OECD-Staaten.

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  • Dr. Marc Herzog Frontiers Management Consulting

    Schweizer haben Oberwasser im Vertrieb

    Schweizerische Asset Manager stehen beim Vertriebs- und Kundenmanagement mehrheitlich vor exakt den gleichen Herausforderungen wie ihre Kollegen aus Deutschland oder Österreich. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel: So bestehen gerade beim Thema Personalmanagement oder anders ausgedrückt bei der strukturierten Entwicklung vertrieblicher Fähigkeiten klare Vorteile für Marktteilnehmer schweizerischer Provenienz: Strategisch angelegte Personalentwicklungskonzepte sind vergleichsweise verbreitet und vertriebliche Nachwuchskräfte haben deutlich mehr Chancen auf eine strukturierte Entwicklung ihrer Fähigkeiten. Kurzum: Bei schweizerischen Marktteilnehmern wird offenkundig in Sachen Personal weitsichtiger agiert!

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  • Unbeirrt international in Zeiten nationaler Aufruhr

    Während sich die politischen Lager nach dem Entwurf des neuen Pensionskassengesetzes des Kantons Basel-Stadt formieren, setzt die Pensionskasse Basel-Stadt (PKBS) den eingeschlagenen Pfad der Internationalisierung der Kapitalanlage unbeirrt fort: Die erstmalige Investition in Rohstoffe – die regulatorischen Voraussetzungen dafür sind seit einem halben Jahr geschaffen – haben die Basler ebenso auf der Agenda wie ein Engagement in ausländische Immobilien. Für ausländische Immobilien wurde die strategische Zielquote von 0 auf 2,5 Prozent erhöht. Eine erste Tranche wird zur Zeit investiert, und zwar ausschliesslich in nicht börsenkotierte Anlagen. Ausländische Real Estate Investment Trusts, die 2005 so mancher deutschen Pensionseinrichtung wie etwa der knapp acht Milliarden Euro schweren Nordrheinischen Ärzteversorgung aus Düsseldorf die internationale Immobilienanlage versüsst hat, scheiden demnach aus. „Wie viele Schweizer Pensionskassen haben auch wir immer noch einen Home Bias bei der Kapitalanlage. Aber die PKBS wird den Internationalisierungspfad zwecks Diversifikation konsequent weiter gehen“, sagt Dieter Stohler, Direktor der PKBS und Vorstandsmitglied des Pensionskassenverbandes Asip.

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  • Egal ob Vertreter von Calpers, Allianz oder Shell –an hochkarätigen Rednern mangelte es nicht.

    Forum für mehr Nachhaltigkeit

    Auch institutionelle Investoren haben es schwer. Sie sind getrieben von Interessen. Interessen die mitunter ziemlich divergierend und konträr ausfallen. Das wurde den Teilnehmern des siebten International Sustainability Leadership Symposiums im Swiss Re Centre for Global Dialogue in Rüschlikon/Zürich schmerzlich bewusst.

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  • Autor: Prof. Dr. Ernst A. Brugger

    Das Grunddilemma der Pensionskassen

    Von Prof. Dr. Ernst A. Brugger, Präsident BHP – Brugger und Partner AG und CEO, The Sustainability Forum Zürich

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  • Autor: Dr. Giuseppe Benelli

    Entspricht das Risikoverhalten institutioneller Anleger den Kundenbedürfnissen?

    Investitionen auf den Finanzmärkten werden zunehmend von institutionellen Anlegern wie Pensionskassen und Versicherern getätigt. Die sehr hohen Geldbeträge, die diese Institutionen verwalten, stammen aus Beiträgen, die Privatpersonen für ihre Renten und Versicherungspolicen einzahlen. Das gemeinsame Ziel von institutionellen Anlegern, Vermögensverwaltern und diesen Privatpersonen ist es, maximale risikoadjustierte Erträge über einen langen Zeitraum zu erzielen. Folglich würde man erwarten, dass sie Investitionen mit einer attraktiven Rendite bevorzugen und den Schwerpunkt auf eine langfristige Performance legen.

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  • Brief aus Bern

    Strafrechtlich ist noch unklar, ob sich die Manager von Pensionskassen beim Zusammenschluss der beiden Zürcher Privatbanken Swissfirst und Bank Bellevue schuldig gemacht haben, doch auf der politischen Bühne werden die Messer heftig gewetzt. In der laufenden Parlamentssession überbieten sich die Parteien mit Vorschlägen zur verschärften Kontrolle der Pensionskassen. Zur Vorgeschichte: Den Medien war ein Papier aus der Swissfirst-Bank zugespielt worden, das Aktienverkäufe von mehreren Pensionskassen knapp vor der Fusion belegte. Weil der Swissfirst-Aktienkurs danach in die Höhe schoss, entgingen den Pensionskassen hohe Buchgewinne. Offen ist nun, ob

    PK-Manager mehr wussten und für ihren Deal privat abkassierten.

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  • „Wir warten nicht, bis etwas populär ist“

    Den Charme einer Privatbank spielen lassen, aber ohne bemühtes Phlegma – Pictet zeigt eindrucksvoll, wie man so auch bei internationalen Pensionsfonds punktet. Die Herausforderung: Den Standard zu halten und an der Speerspitze erfolgreicher Investmentideen zu sein – ohne vom dynamischen Spezialisten zum Generaldilettanten zu mutieren.

    Fragen: Maik Rodewald

    Antworten: Renaud de Planta, Pictet & Cie, CEO und geschäftsführender Teilhaber


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  • Michael Brandenberger, Complementa Investment- Controlling AG, COO

    Das Ringen um die richtige Balance der Interessen

    Governance-Regeln zu entwickeln ist mühsam. Und schnell belohnt wird die Sysiphosarbeit auch nicht. Doch wie beruhigend eine Good Governance sein kann, haben die vergangenen Wochen in der Schweiz bewiesen. Solche Pensionskassen können auch gelassener sein, sollte die Politik schärfere Regularien einführen. Ein Plädoyer dagegen.

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  • Urs Bracher, Credit Suisse Pensionskasse, Geschäftsführer

    Praxisbeispiel: Pensionskasse Credit Suisse Group

    Das entscheidende Kriterium für die Pension Fund Governance der zehn Milliarden Schweizer Franken schweren Pensionskasse der Credit Suisse Group ist, die Interessen der Versicherten und ihres Anlagekapitals zu vertreten. So orientiert sich beispielsweise die Anlagestrategie – als Folge der Turbulenzen an den Finanzmärkten in den Jahren 2001 und 2002 – seit Anfang 2003 nicht mehr an einem weitgehend starren Referenzindex. Sämtliche Anlageentscheidungen richten sich vielmehr an einer absoluten Zielrendite aus. Hierbei strebt die Pensionskasse eine Performance in Höhe von 5,5 Prozent pro Jahr an.

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  • In der Eigeninitiative liegt das Heil

    Dem Regulierungseifer der Politik Einhalt zu gebieten, das ist derzeit die Hauptaufgabe des Schweizerischen Pensionskassenverbands. Was gibt es da Geschickteres, als gleich mit einem Entwurf eines neuen BVGs in Vorleistung zu gehen. Der rote Faden des Vorschlags: Mehr Gestaltungsspielraum für die Stiftungsräte.

    Fragen: Michael Lennert

    Antworten: Hanspeter Konrad, Direktor Schweizerischer

    Pensionskassenverband (Asip)

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  • Autoren: Stephan Dahlem und Christof Trauffer sind Projektleiter Pension Fund Excellence an der Universität St. Gallen.

    Das Gleichgewicht der Kräfte – Governance in Schweizer Pensionskassen

    Corporate Governance betrifft die normative und die strategische Ebene von Organisationen. In Schweizer Pensionskassen kommt sie noch zu kurz. Zu Unrecht, hilft sie doch, die Organisation effektiver zu führen und zu überwachen. Dabei geht es um den Triangel der Kräfte von Versicherten, Stiftungsrat und Geschäftsführung.

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  • Willkommen in der Governance-Avantgarde

    Die Pensionskasse von General Electric in der Schweiz konnte sich über Projekte zuletzt nicht beklagen. Doch bald ist das Werk vollendet – jedenfalls fast. Denn um den Vorreiteranspruch des grössten Konzerns der Welt beim Thema Governance zu untermauern, soll auch die Schweizer Pensionskasse nicht still stehen.

    Fragen: Maik Rodewald

    Antworten: Wolfgang Kuberczyk, Geschäftsführer GE Pensions-kasse (links) und Marcel Dermont, Präsident des Stiftungsrats

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  • Alternativloses Äquivalenzprinzip

    Beiträge und Ausgaben im langfristigen Gleichgewicht und volle Kapitaldeckung, so heisst die schöne Aussicht für die Pensionskasse Basel-Stadt. Doch der Entwurf des neuen Basler Pensionskassengesetzes gefällt längst nicht jedem. Immerhin sollen alle dabei helfen, die Finanzierungslücken zu schliessen – auch die Versicherten.

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  • Dr. Gérard Fischer, Swissanto Holding AG, CEO

    Wege zur Erkenntnis

    Die heutigen Anlagerichtlinien stehen einer optimalen Asset Allocation entgegen. Das Gesetz vermittelt

    gleichzeitig falsche Sicherheiten. Die Initiatoren der Swisscanto Pensionskassenstudie fordern deswegen eine Abkehr von den starren Anlagerichtlinien – durchgeführt von einer starken professionellen Führung.

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  • Alpha, bitte melden!

    Laut Swisscanto haben starre Anlagerichtlinien ausgedient. Sinnvoller ist ein Investieren nach der Prudent Expert Rule. Dies verbessert die Diversifikation und senkt das maximale Verlustrisiko. Generell ist der Trend hin zu einer fortwährenden Suche nach einem ökonomisch sinnvollen Alpha zu beobachten. Dieser ist ausdrücklich zu begrüssen.

    Fragen: Michael Lennert

    Antworten: Peter Bänziger, Mitglied der Geschäftsleitung der Swisscanto Gruppe

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  • Dr. Vera Kupper Staub, PKZH, Leiterin Vermögensanlagen

    Gut im Futter

    Sie steht gut da, die 1913 gegründete und seit 2003 als selbstständige Stiftung agierende Pensionskasse Stadt Zürich (PKZH) – eine Kasse, welche die Stadtverwaltung Zürich sowie 167 angeschlossene Unternehmen versichert. Insgesamt sind dies etwas über 26.000 aktiv Versicherte und knapp 15.000 Pensionäre. Ein Indiz dafür, dass die Pensionskasse gut im Futter steht, ist unter anderem der Deckungsgrad, der aktuell 130,2 Prozent beträgt. Selbst nach den Folgen des Börsencrashs sank der Finanzierungsgrad zwar auf 119 Prozent, im Gegensatz zu manch anderen öffentlichen Kassen geriet die städtische Versorgungseinrichtung aber nie in eine Unterdeckung.

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