Dr. phil. Urs Schaffner: Führen in der FinanzkriseVon Dr. phil. Urs Schaffner, Geschäftsführer Hewitt Associates Schweiz, dipl. Pensionsversicherungs-experte und CFA
Die Vermögensverluste haben in den letzten Wochen das finanzielle Gleichgewicht von Vorsorgeeinrichtungen erheblich beeinträchtigt. Die obersten Führungsorgane und Geschäftsleitungen sind deshalb zurzeit aufgefordert, die Auswirkungen der Finanzkrise auf die eigene Pensionskasse zu ermitteln und bei den Beschlussfassungen in den nächsten Wochen zu berücksichtigen.
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André Kohler: Brennpunkt RisikomanagementVon André Kohler, Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für den Bereich
Investment Services bei der B+B Vorsorge AG
Ist der Zweck einer Vorsorgeeinrichtung gefährdet, wird dies als „Risiko“ bezeichnet. Der Umgang mit demselben heisst folgerichtig „Risikomanagement“. Für die Kapitalanlagen der zweiten Säule ist es durch die per 1. Januar 2009 in Kraft tretenden, revidierten Artikel der BVV2 definiert. Zusammen mit den Erläuterungen des BSV sind diese Teil des Orientierungsrahmens für jene, die das Destinatärsinteresse treuhänderisch zu wahren haben. Orientierung bedeutet Erklärung, welche zweckgerichtetes Handeln ermöglicht. Damit die Verantwortlichen ihrer Pflicht genügen können, ist es wichtig, dass die revidierten Vorschriften diesem Anspruch standhalten.
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Joseph W. Steiger, Stv. Bereichsleiter, Eidgenössisches Departement des Inneren (EDI), Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV)
Joseph W. Steiger: Neu justiertDie Anlagevorschriften in der beruflichen Vorsorge wurden bereits in der Vergangenheit regelmässig überarbeitet, um sie den Veränderungen der Finanzmärkte anzupassen. Die Revisionen im April 1996 und März 2000 regelten beispielsweise die derivativen Finanzinstrumente, die kollektiven Anlagen, die Bestimmungen zu Sorgfaltspflicht, Sicherheit und Risikoverteilung sowie die Erweiterungsmöglichkeiten. Mit der Möglichkeit, die Anlagevorschriften zu erweitern, wurde den Vorsorgeeinrichtungen eine weitgehende Flexibilität zugestanden, sofern sie in einem schlüssigen Bericht die Einhaltung von Sorgfalt, Sicherheit und Risikofähigkeit darlegten. Die Grundsätze des Vorsichtsprinzips waren damit bereits in den aktuellen Anlagevorschriften verankert und ermöglichten es den Vorsorgeeinrichtungen, auch innovative Investitionen zu tätigen, sofern gewisse Regeln eingehalten wurden.
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Dr. phil. Manuel Bachmann, MBA HSG, Autor des Management-Magazins www.absolutum.ch und Dozent an der Universität Luzern
Dr. phil. Manuel Bachmann: Gefahr von FehldeutungenIm Finanzsektor sind Informationen die eigentlichen Steuergrössen des Geschäfts. Blicken wir auf die Krise im amerikanischen Investment Banking, so sehen wir, dass die vorhandenen Informationen zu kolossalen Fehleinschätzungen geführt haben. Wie war das möglich? Wir verstehen Informationen so lange nicht, wie wir nicht gelernt haben, sie zu deuten.
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Prof. Dr. iur. Monika Roth
Prof. Dr. iur. Monika Roth: Retrozessionen: Die grosse KluftEigentlich, so könnte man meinen, ist es klar: Man kann nicht Diener zweier Herren sein, weil dies unvermeidlich zu Interessenkonflikten führt. Ein Auftrag beinhaltet die Interessenwahrung für den Auftraggeber – der Auftragnehmer lässt sich dafür von diesem und nur von diesem entschädigen und vermeidet Interessenkonflikte. So ist auch der Inhalt des schweizerischen Rechts.
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Autor: Andrew Marks
Andrew Marks: Anlegen ohne Grenzen ist riskantDer Begriff „Unconstrained Investing“ ist aktuell in aller Munde. Es gibt aber keine präzise Definition, was „Unconstrained Investing“ bedeutet. Generell meint man damit, die Einschränkungen, denen ein Fondsmanager normalerweise unterworfen ist, aufzuheben oder zu verringern.
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Volker Hergert, LGT Capital Management, Senior Strategist
Volker Hergert: Die Signale richtig deutenFunktionieren die Finanzmärkte tatsächlich rational und effizient? Die Antwort lautet „jein“: Isoliert auftretende Informationen sind mitunter so einfach interpretierbar, dass sie am Markt unmittelbar eingepreist werden. Viele Informationen hängen aber in einer komplexen Kausalität zusammen, so dass sie sich erst im Zeitablauf zu einem klaren Bild verdichten. Über dieses a priori unklare Bild muss der Markt eine These entwickeln. Dabei passiert immer das Gleiche: Wenn Marktteilnehmer unter Unsicherheit zu entscheiden haben, wird das Entscheidungsverhalten zutiefst „menschlich“, manche bezeichnen dies als „irrational“.
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Ariane Dehn, Henderson Global Investors, Director of Sales Switzerland
Ariane Dehn: Brachliegendes PotenzialDie jüngsten Studien zur Entwicklung der Schweizer Pensionskassen haben einmal mehr bestätigt: Der anhaltende Kosten- und Performance-Druck zwingt die Vermögensverwalter der Vorsorgeinstitute dazu, neue, attraktive Renditequellen anzuzapfen und gleichzeitig die Risiken durch eine noch breitere Diversifikation zu streuen. Dies zeigen die allmählich zunehmenden Engagements in alternative Anlagen wie Private Equity und Hedgefonds, aber auch der spürbare Trend, das hohe Gewicht des Schweizer Marktes zugunsten von Auslandsanlagen abzubauen.
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David Saaty, GI Global Invest, Zürich
David Saaty: Core Satellite: je länger, je besserBis Ende der 80er Jahre fokussierte eine sicherheitsbetonte Anlagepolitik in der Schweiz auf Bundesobligationen, einzelne Blue-Chip-Papiere und allenfalls solide Schweizer Immobilien. In Hochzinszeiten waren ausserdem solide Geldmarktanlagen populär. Die Überzeugung der Modernen Portfoliotheorie, wonach sich durch eine noch breitere Diversifikation unter Inkaufnahme eines leicht höheren Risikos eine signifikant höhere Portfoliorendite erzielen liess, setzte sich erst in den 90er Jahren auf breiterer Front durch.
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Daniel Pfister, Independent Credit View AG, Zürich
Daniel Pfister: Ratings im StresstestGewaltige Verluste auf hypothekarisch gesicherten Produkten bringen zahlreiche Finanzinstitute in eine bedrohliche Situation. Risiken, die sich bei den Banken insbesondere durch die gefährlichen Kreditkonstrukte abgezeichnet haben, fanden jedoch keinen Niederschlag in den Bonitätsnoten der Rating-Agenturen. In unserem erstmals im August 2007 durchgeführten Stresstest über die Bonitätsstärke von Banken und Brokern haben wir festgestellt, dass die Rating-Agenturen in der Einstufung der von uns untersuchten Institute praktisch keine Rating-Unterschiede machen.
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Mehrwert von HedgefondsAuf der Suche nach hohen, stabilen Renditen mit begrenztem Verlustrisiko haben alternative Asset-Klassen an Attraktivität gewonnen. Der Grund: Sie weisen eine geringe Korrelation zu klassischen Anlagen auf und bieten daher wichtige Diversifikationseffekte.
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Ist die Jahresrechnung als Führungsinstrument geeignet?Die verantwortungsbewusste Führung einer Pensionskasse verlangt zeitgerechte und zuverlässige Informationen über die aktuelle Situation der Pensionskasse. Nur so kann die Gesamtsituation der Kasse laufend überwacht und die Kasse langfristig auf einer verlässlichen Basis im Interesse der Kassenmitglieder geführt werden.
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Autor: Maik Rodewald
Maik Rodewald: Wussten Sie schon, dass...?Wussten Sie schon, dass Abu Dhabi, immerhin der mit Abstand grösste und zugleich erdölreichste Staat der Vereinigten Arabischen Emirate, in diesem Jahr mehr mit seinen Finanzanlagen verdient hat als mit dem Ölgeschäft?
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Autor: Philipp Rieder
Philipp Rieder: Kreditderivate – die Kreditkrise trennt die Spreu vom WeizenKreditderivatmärkte haben in den letzten Jahren ein exponentielles Wachstum erfahren: Betrug das ausstehende Nominal in Kreditderivaten vor fünf Jahren weltweit noch zwei Billionen US-Dollar, wird dieses laut International Swaps and Derivatives Association (ISDA) 2007 nun aktuell auf über 45 Billionen US-Dollar geschätzt.
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Autor: Prof. Dr. Heinz Zimmermann
Prof. Dr. Heinz Zimmermann: Zu einigen Illusionen kapitalgedeckter VorsorgesystemeDie Schweiz ist stolz auf ihr Vorsorgesystem: Neben einer umlagefinanzierten ersten Säule sorgt ein Kapitalstock von etwa 600 Milliarden Schweizer Franken aus der beruflichen Vorsorge für ein komfortables Alterseinkommen.
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Autor: Bernhard Locher
Bernhard Locher: Risikobasierte Aufsicht bei PensionskassenDie kantonale Aufsicht prüft, ob die Gesetze eingehalten werden, indem sie Reglemente auf Gesetzeskonformität prüft, Einsicht in den Bericht der Kontrollstelle und in den Expertenbericht nimmt und Massnahmen zur Behebung von meist formalen Mängeln anordnet.
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Autor: Christoph Ryter
Christoph Ryter: Neueste Entwicklungen bei der Pension Fund Governance (PFG)Die Corporate Governance für Unternehmungen umfasst „die Gesamtheit der auf das Aktionärsinteresse ausgerichteten Grundsätze, die unter Wahrung von Entscheidungsfähigkeit und Effizienz auf der obersten Unternehmensebene Transparenz und ein ausgewogenes Verhältnis von Führung und Kontrolle anstreben“.
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Autor: Beat Zaugg
Gut zu wissen, wo die grössten Anlagerisiken sind!Von Beat Zaugg, CFA, Watson Wyatt Schweiz (Zürich), Leiter Investment Consulting
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Autor: René Charriére
Alpha und Beta verändern CustodyVon René Charrière, State Street Bank Schweiz, Managing Director
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Author:Stephan Dahlem
Ein Stiftungsrat muss nicht alles allein könnenVon Stephan Dahlem, Projektleiter Pension Fund Excellence, Universität St. Gallen
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Author: Peter Hegglin
Änderungen bei Schweizer Obligationen-Indizes und ihre ImplikationenVon Peter Hegglin, Senior Consultant, Mercer Investment Consulting, Zürich
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Autor: Bernhard Raos
Wenn Laien mit Milliarden spielenVon Bernhard Raos, Freier Journalist.
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Autor: Ronald Biehler
Die kritische Grösse gibt es nichtVon Ronald Biehler, Chief Markets Officer, Noventus PensionPartner AG – Ecofin Gruppe.
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Autor: Prof. Dr. Ernst A. Brugger
Das Grunddilemma der PensionskassenVon Prof. Dr. Ernst A. Brugger, Präsident BHP – Brugger und Partner AG und CEO, The Sustainability Forum Zürich
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Autor: Dr. Giuseppe Benelli
Entspricht das Risikoverhalten institutioneller Anleger den Kundenbedürfnissen?Investitionen auf den Finanzmärkten werden zunehmend von institutionellen Anlegern wie Pensionskassen und Versicherern getätigt. Die sehr hohen Geldbeträge, die diese Institutionen verwalten, stammen aus Beiträgen, die Privatpersonen für ihre Renten und Versicherungspolicen einzahlen. Das gemeinsame Ziel von institutionellen Anlegern, Vermögensverwaltern und diesen Privatpersonen ist es, maximale risikoadjustierte Erträge über einen langen Zeitraum zu erzielen. Folglich würde man erwarten, dass sie Investitionen mit einer attraktiven Rendite bevorzugen und den Schwerpunkt auf eine langfristige Performance legen.
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