- Im Umbruch
„Wir leben in einer Zeit tief greifender historischer Umbrüche. Dieser Prozess zwingt uns alle zum Umdenken“, formulierte einmal Richard Freiherr von Weizsäcker. Seine Worte könnten auch heute aktueller nicht sein: Dass wir uns derzeit im Umbruch befinden, zeigen verschiedene Artikel in der aktuellen spn ganz deutlich.
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„Der nächste Kondratieff-Zyklus muss grün sein“Im Dezember beginnt die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. Was lag näher, als Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker auf dem Nachhaltigkeits-Symposium der Financial Times und dpn, der Schwesterpublikation von spn, in Frankfurt um seine Stellungnahme zu der Frage zu bitten: „Das Versprechen Nachhaltigkeit – was Kopenhagen halten muss“. Die Aufgabe ist einfach umrissen. Solange das Zeitfenster noch offen ist – und das sind wohl nur noch zehn Jahre –, gilt es, einen sanften Übergang zu organisieren. Nicht mehr und nicht weniger. Aber Kopenhagen kann nicht zum Erfolg werden, so legte der engagierte Biologe und Preisträger des Bundesumweltpreises in einem mitreissenden Vortrag dar, solange zwei Bedingungen weiter vorherrschen: zum einen die Freiwilligkeit, die die Chinesen, Inder und Brasilianer kategorisch einfordern, und zum anderen der Kyoto-Prozess, der ungeeignet ist, das strukturelle Problem zu lösen. Eindringlich rief von Weizsäcker seine strukturellen Fehlanreize in Erinnerung, vor allem die Vollanrechnung von Biokraftstoffen, deren Anbau inzwischen im Mittleren Westen boomt, als so-genannte Offsets auf die CO2-Abgaben, egal welche Wirkung sie auf das Klima ausüben.
Mehr . . .- Auch Rentner müssen blechen
Bei Sanierungen von Pensionskassen in Unterdeckung sind Renten nicht grundsätzlich tabu. Dies zeigt ein Leitentscheid des Bundesgerichts. Konkret ging es um eine in Unterdeckung geratene Pensionskasse. Diese hatte Jahre zuvor eine von der Aufsichtsbehörde abgesegnete Teilliquidation durchgeführt. Die freien Mittel wurden dazu verwendet, den Einzelaustretenden die Austrittsleistung, den verbleibenden aktiven Versicherten die versicherten Leistungen und den Rentenbezügern die Renten zu erhöhen. 2003 stellte die Stifterfirma ihren Betrieb endgültig ein. Daraufhin traten alle aktiven Versicherten aus der Pensionskasse aus. Diese führte nur noch den Rentnerbestand weiter.
Mehr . . . - Nach der Krise ist vor der Krise
Das „Zweite Schweizer Leadership Pensions Forum“ anfangs Oktober in Zürich beschäftigte sich mit den Folgen der Finanzkrise für die Vorsorgeeinrichtungen. Fazit der hochkarätig besetzten Veranstaltung: Es gibt weder einfache Lösungen noch ein allgemeingültiges Rezept. Krisen lassen sich eindämmen, nicht verhindern.
Mehr . . . - Gestärkt aus der Krise
„Wir gehen nicht gestärkt, aber etwas weiser aus der Krise. Wir waren wie viele naiv und haben viele Dinge nicht gesehen“, sagte Urs Fischer, Präsident des Anlagekomitees der Pensionskasse Alcan Schweiz auf dem „Zweiten Schweizer Leadership Pensions Forum“ der spn in Zürich. Und Thomas Held, der Direktor der Denkfabrik Avenir Suisse, formulierte, dass es jetzt niemand weiterbringe, populistische Hexenjagden zu veranstalten, sondern erforderlich sei eine nüchterne Aufarbeitung der Krise, hin zu einer „neuen Normalität“. Beide haben Recht. Wie steht es vor diesem Hintergrund um die zweite Säule? Was wurde und wird nicht gesehen? Welche Erscheinungen der Krise müssen aufgearbeitet werden? Und wie sieht die „neue Normalität“ aus? Eine Kurzanalyse:
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Pascal Cettier
Gibt es Lehren aus Lehman?An dieser Stelle hat sich in der vergangenen Ausgabe Professor Spremann zur Diversifikation in Zeiten der Krise geäussert. Wir knüpfen daran an und stellen Ansätze vor, die derzeit im akademischen Bereich und zunehmend auch in der Praxis diskutiert werden.
Mehr . . .- Brief aus Bern
Datensalat zur zweiten Säule: Während das Bundesamt für Statistik mit Stichdatum 31. Dezember 2007 total 2.543 Vorsorgeeinrichtungen zählt, gehen die kantonalen Aufsichtsämter von rund 3.200 Kassen aus. Offensichtlich werden von der Aufsicht einige Kassen mit unterschiedlicher Rechtsform oder unterschiedlichen Leistungsplan mehrfach gezählt. Damit nicht genug des Statistik-Wirrwarrs – auch zur finanziellen Lage der Vorsorgeeinrichtungen existieren stark differierende Zahlen: So kommen die Aufsichtsämter Ende 2008 „nur“ auf eine Unterdeckungsquote von 30 Prozent. Die Experten von Swisscanto und AWP/Complementa gehen hingegen von einer doppelt so hohen Quote aus. Das hängt damit zusammen, dass die Aufsicht viele Klein- und Kleinstkassen mitzählt, die tendenziell besser gedeckt sind. Michael Brandenberger von Complementa hat die Kassen mit den von ihnen verwalteten Vermögen gewichtet.
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Andreas Schlatter
„Wir haben fast alle als Konkurrenten“Die Krise hat die UBS schwer gebeutelt. Und natürlich hat das Image der Bank gelitten. Doch es gibt Ausnahmen. So sei der institutionelle Arm der UBS in der Schweiz im vergangenen Jahr und auch bis jetzt in diesem Jahr substanziell gewachsen. Man bekomme netto Neugelder von Institutionellen. Doch nicht nur das.
Fragen: Michael Lennert
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Antworten: Andreas Schlatter, UBS Global Asset Management, Head of Switzerland
Die Zukunft der Kapitalanlage – die US-PerspektiveDer Putz von Amerika ist ab. Genau die richtige Zeit, um im Mutterland der Finanzkrise von renommierten US-Wissenschaftlern direkt zu erfahren, welche Lehren sie gezogen haben und was sie ihren Studenten künftig predigen werden. Das Ergebnis sind unsere zehn Thesen zur Zukunft der Kapitalanlage.
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Andrew W. Lo
Der neue Robert MertonÜber Hedgefonds muss er einfach sprechen: MIT-Professor Andrew Lo befördert sie von der Nischen-Anlageklasse zur zentralen Gegenpartei für Risikogeber. Die wahren Systemrisiken macht er im Schatten-Hedgefonds-System aus – bei Banken, Versicherern und Geldmarktfonds.
Fragen: Maik Rodewald und Murat Ünal
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Antworten: Andrew W. Lo, Harris & Harris Group Professor of Finance, MIT Sloan School of Management, Cambridge, USA- Die Teilliquidation als ungelöster Zankapfel
Beaufsichtigte klagen über lange Wartezeiten, über Formalismus und fehlende Einheitlichkeit unter den kantonalen BVG-Aufsichten. Die spn-Umfrage zeigt aber: Die kantonalen Aufsichten handeln fair und sind eher Opfer denn Täter einer Regulierungsflut.
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Dr. Christina Ruggli-Wüest
„Ich betrachte die Dinge gerne aus der Nähe“Die Chefin der Baselstädter Stiftungsaufsicht BVG Christina Ruggli-Wüest sagt, warum sie über BVG-Stiftungen doktoriert hat, wie die Stiftungsaufsicht Dossiers prüft und was passiert, wenn die Stiftungen nicht kooperieren.
Fragen: Andreas Valda
Antworten: Dr. Christina Ruggli-Wüest, Chefin Baselständter Stiftungsaufsicht BVG Mehr . . .- Vor neuen Ufern
Nach 75 Jahren Geschäftstätigkeit war das Jahr 2008 das erste in ihrer Geschichte, für das die Migros-Pensionskasse eine Unterdeckung ausweisen musste. Der Deckungsgrad ging laut Geschäftsbericht auf 97,1 Prozent zurück, was bei einer Jahres-Performance der Kapitalanlagen von minus 12,3 Prozent wenig wundert. Doch mittlerweile sieht alles schon wieder besser aus. Schliesslich ist der SMI als Thermometer des Schweizer Aktienmarktes nach den anfänglichen Abrutschern Anfang Jahr nun mit mehr als 10 Prozent doch deutlich im Plus. Die Migros-Pensionskasse ist wohl auch aus dem Schneider, denn der Deckungsgrad erreichte Ende August 2009 wieder 102,2 Prozent. „Das befriedigt natürlich“, so Geschäftsleiter Thomas Hohl. Von einem guten Anlagejahr 2009 will er aber noch nicht sprechen: „Das tue ich erst am Jahresende.“
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- Die grosse Unübersicht der BVG-Versicherer
- Gegen die Mitesser am Vorsorgekuchen
- Private Equity und die Wirtschaftskrise
- Eine wahrhaftige Achterbahn der Erwartungen
- Wie dünn wird das Eis noch?
- Alles dreht sich um den Deckungsgrad
- Verbandsvorsorge – Ärzte im Fokus
- Erstes Rating für ETFs
- Auf jeden Fall höhere Kosten
- Die Teilliquidation als ungelöster Zankapfel

